{"id":1275,"date":"2023-03-15T09:53:04","date_gmt":"2023-03-15T08:53:04","guid":{"rendered":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=1275"},"modified":"2023-03-15T09:53:04","modified_gmt":"2023-03-15T08:53:04","slug":"vom-aussenseiter-zum-kuenstlerischen-stolz-der-insel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=1275","title":{"rendered":"Vom Au\u00dfenseiter zum k\u00fcnstlerischen Stolz der Insel"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; _builder_version=&#8220;4.20.2&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.20.2&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.20.2&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; type=&#8220;4_4&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/wirinsulaner.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20220816_134427.jpg&#8220; _builder_version=&#8220;4.20.2&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; title_text=&#8220;Rote Grabsteinfliese der Eheleute Braren auf dem Friedhof in S\u00fcderende Foto: Andreas Hansen&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.20.2&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p><em>Rote Grabsteinfliese der Eheleute Braren auf dem Friedhof in S\u00fcderende\u00a0 \u00a0Foto: Andreas Hansen<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Neue Serie \u00bb200 Jahre Werk des F\u00f6hrer Malers Oluf Braren\u00ab: TEIL 1<\/em><\/strong><\/p>\n<h1>Vom Au\u00dfenseiter zum k\u00fcnstlerischen Stolz der Insel<\/h1>\n<p>\u00bbNur der Erdenleib wird Erde, sein Bewohner bleibt.\u00ab So lautet die Umschrift auf dem Grabstein des F\u00f6hrer Malers Oluf Braren (1787-1839) und seiner Frau Merret (1783-1859). Zu Lebzeiten wurde Braren auch wegen seiner Lebensumst\u00e4nde verkannt. Ebenso wird er selbst sich seiner Bedeutung als K\u00fcnstler nicht bewusst gewesen sein. Doch bereits 100 Jahre nach seinem Leben schw\u00e4rmt die Kunstwelt vom vielleicht \u00bburspr\u00fcnglichsten unter den nordfriesischen Malern\u00ab (Curt Gravenstein). Wassily Kandinsky schreibt in \u00bbDer Blaue Reiter\u00ab (der bedeutenden Kunstschrift des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts), dass in den Arbeiten Brarens die Verk\u00f6rperungsformen der Kunst in der Abstraktion wie auch in der Realistik zum Ausdruck kommen. Ein gro\u00dfes Kompliment! So gilt Braren als Vorbild der Moderne und des Expressionismus, wird sogar auf eine Stufe mit Henri Rousseau, dem Vater der naiven Malerei, gestellt. Oder wie es Kunsthistoriker Ernst Schlee ausdr\u00fcckt: \u00bbSchlicht, aber ausdrucksstark, einer der bedeutendsten Laienmaler, die es je gegeben hat.\u00ab Dabei ist die Schaffenszeit Brarens lediglich auf die Jahre 1813 bis etwa 1830 begrenzt. <br \/>Die neue Oluf-Braren-Serie in \u00bbWIR Insulaner\u00ab soll \u00fcber das Leben und Werk des bedeutenden F\u00f6hrer Malers aufkl\u00e4ren. Sie ist mit Hilfe der Forschungen der Ferring Stiftung in Alkersum und insbesondere des Buchs \u00bbOluf Braren: Leben und Werk\u00ab von Joachim Taege entstanden, denen an dieser Stelle herzlich gedankt sein soll. F\u00fcr interessierte Leser ist das Buch in der Ferring Stiftung, im insularen Buchhandel und bei EDEKA Nissen in Utersum erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>In Oldsum geboren, mit sechs j\u00fcngeren Geschwistern dort aufgewachsen, sollte Oluf nach der Vorstellung seines Vaters Brar Braren den Beruf des Schmieds erlernen. Neben der Landwirtschaft betrieb die Familie schlie\u00dflich im Haus Nr. 46 eine Schmiede. Doch seine Begeisterung galt eher der Literatur und der Natur. Schnell als Au\u00dfenseiter ausgegrenzt, eignet sich Oluf Braren als Autodidakt mit Hilfe eines K\u00fcsters und eines Schulmeisters den Beruf des Lehrers an und tritt 1806 seine erste Lehrstelle auf Sylt an. Dort lernt er auch seine sp\u00e4tere Frau Merret kennen. Schnell stellt sich heraus, dass Braren zus\u00e4tzlich zum P\u00e4dagogischen auch au\u00dfergew\u00f6hnliche Talente als Natursammler und Maler hat. Aus pulverisierten Schalen von Miesmuscheln wird mit Bindemitteln ein kr\u00e4ftiges Blau gemischt, Pflanzen wie Safran oder Indigo ergeben ein helles Braun beziehungsweise ein tiefes Blau. Aus Farberden des Kliffs werden unter anderem Ockert\u00f6ne gewonnen. Ohne k\u00fcnstlerische Ausbildung, mit etwas Naivit\u00e4t sowie einer irgendwo begrenzten Darstellungsweise beginnt Braren 1813 mit anschaulichen Tierzeichnungen, die er im Unterricht verwendet und in einer Mappe zusammenfasst. Durch \u00dcbungen wie dieser hat sich sein Selbstvertrauen gesteigert und er beginnt um 1820, Personen aus seinem nahestehenden Umfeld zu portr\u00e4tieren. Gewiss auch ein Zeichen der tiefen Verbundenheit zu seiner Heimat.<\/p>\n<p>Ein Selbstbildnis und ein Portr\u00e4t seiner Ehefrau geh\u00f6ren zu den ersten seiner gr\u00f6\u00dferformatigen Arbeiten. Die beiden Aquarelle in den Gr\u00f6\u00dfen von jeweils 20 x 17 cm sind etwa 1820 entstanden und heute auf dem Museumsberg Flensburg beheimatet. Mit feinsten Pinselstrichen werden Kleidung und insbesondere auch die Frisuren genau dargestellt. Das Medaillon mit seinem Selbstbildnis scheint Merret mit Stolz zu tragen. Dies deutet auf eine Verbundenheit hin, die etwas \u00fcberrascht, denn eigentlich galt die geb\u00fcrtige Sylterin als eher einf\u00e4ltig. Geist und Schaffen ihres Gemahls waren sicherlich f\u00fcr sie nicht immer nachvollziehbar. Dieses Nichtverst\u00e4ndnis hatte bereits dazu gef\u00fchrt, dass ihr Mann seit langem eine Aff\u00e4re mit einer ehemaligen Sch\u00fclerin hatte. Ein Umstand, aus dem noch viel Leid hervorgehen sollte \u2026<br \/>Auch wenn das Leben der Eheleute Braren sicher nicht immer gl\u00fccklich war, so k\u00f6nnte die Umschrift ihres historischen Grabsteins auf dem Friedhof von St. Laurentii in S\u00fcderende kaum treffender sein. Die den Grabstein zierenden Palmzweige und eine Krone stehen f\u00fcr das ewige Leben. Ja, der Bewohner bleibt. Durch sein beeindruckendes k\u00fcnstlerisches Werk ist Oluf Braren f\u00fcr die Nachwelt eine bleibende Pers\u00f6nlichkeit. Sein Frau Merret als Wegbegleiterin ebenfalls.<br \/>Die weiteren Teile der Serie erscheinen in den n\u00e4chsten Ausgaben.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_gallery _builder_version=&#8220;4.20.2&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; gallery_ids=&#8220;1230,1229&#8243; posts_number=&#8220;2&#8243; show_title_and_caption=&#8220;off&#8220; show_pagination=&#8220;off&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_gallery][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rote Grabsteinfliese der Eheleute Braren auf dem Friedhof in S\u00fcderende\u00a0 \u00a0Foto: Andreas Hansen Neue Serie \u00bb200 Jahre Werk des F\u00f6hrer Malers Oluf Braren\u00ab: TEIL 1 Vom Au\u00dfenseiter zum k\u00fcnstlerischen Stolz der Insel \u00bbNur der Erdenleib wird Erde, sein Bewohner bleibt.\u00ab So lautet die Umschrift auf dem Grabstein des F\u00f6hrer Malers Oluf Braren (1787-1839) und seiner [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1222,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[16],"tags":[],"class_list":["post-1275","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wirinsulaner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1275","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wirinsulaner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wirinsulaner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirinsulaner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirinsulaner.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1275"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/wirinsulaner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1275\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1277,"href":"https:\/\/wirinsulaner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1275\/revisions\/1277"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirinsulaner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1222"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wirinsulaner.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1275"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirinsulaner.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1275"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirinsulaner.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1275"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}