{"id":1553,"date":"2023-05-03T10:59:16","date_gmt":"2023-05-03T08:59:16","guid":{"rendered":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=1553"},"modified":"2023-05-03T10:59:16","modified_gmt":"2023-05-03T08:59:16","slug":"ein-hochzeitsbild-als-zeuge-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=1553","title":{"rendered":"Ein Hochzeitsbild als Zeuge der Zeit"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; type=&#8220;4_4&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/wirinsulaner.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Braren_A.jpg&#8220; _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; title_text=&#8220;Braren_A&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p><em><strong>Serie \u00bb200 Jahre Werk des F\u00f6hrer Malers Oluf Braren\u00ab:<\/strong><\/em><\/p>\n<h1>Ein Hochzeitsbild als Zeuge der Zeit<\/h1>\n<p>War das geplant? Wie dem auch sei, am 4. November 1808 findet im Haus Nr. 244 in S\u00fcderende (alte Z\u00e4hlung) eine Haustrauung statt. Es ist das Geburts- und Elternhaus der Braut Krassen Peters (1785-1871). Ihr Br\u00e4utigam ist Fr\u00fcd Braren (1788-1875), Bruder des heute legend\u00e4ren F\u00f6hrer Malers Oluf Braren. Warum aber Haustrauung? Weil die Braut zu dem Zeitpunkt bereits schwanger und eine kirchliche Trauung daher nicht m\u00f6glich war. F\u00fcnf Monate sp\u00e4ter sollte sie am 14. M\u00e4rz 1809 ihr erstes Kind geb\u00e4ren. Es ist also etwas, was man heute neudeutsch \u00bbShotgun Wedding\u00ab nennt. Wo der Vater der Braut (im \u00fcbertragenen Sinne mit vorgehaltener Waffe) den Br\u00e4utigam zwingt, seine Tochter zu ehelichen. Dar\u00fcber berichten wir im zweiten Teil unserer Serie \u00bb200 Jahre Werk des F\u00f6hrer Malers Oluf Braren\u00ab.<\/p>\n<p>An jenem Freitag findet in S\u00fcderende die \u00bbHaus-Copulation\u00ab statt, wie man es fr\u00fcher nannte. Das Geschehen wird vom F\u00f6hrer Maler Oluf Braren (1787-1839), Bruder des Br\u00e4utigams, eindrucksvoll in einem Bild (38 x 49,3 cm) festgehalten. In der Bildmitte findet man das Brautpaar mit dem damaligen Pastor von St. Laurentii, Richard Simon Petersen (1768-1843). Links die Familie Braren, die in Oldsum eine Landwirtschaft mit Schmiede betrieb. Rechts die gastgebende Kapit\u00e4nsfamilie Peters. Es ist also keineswegs eine Hochzeit auf Augenh\u00f6he. Dies spiegelt sich in den Reaktionen der Anwesenden wider. W\u00e4hrend die Barens dem Geschehen aufmerksam folgen (Oluf Braren hat sich und seine Frau Merret an einem Klapptisch sitzend selbst abgebildet), zeigt sich die Kapit\u00e4nsfamilie gleichg\u00fcltig bis respektlos. Es wird geredet oder sich gar abgewendet. Mittig zeigt eine Uhr, was die Stunde geschlagen hat. Brarens Bild dr\u00fcckt schonungslos die Ernsthaftigkeit des Moments aus. Die drei Hauptpersonen sind \u00fcbertrieben gro\u00df gestaltet. Die Stimmung wirkt erdr\u00fcckend. Doch scheinen die Vorzeichen noch so schwierig: Das Brautpaar wird bis zum Lebensende in dem Haus wohnen. Noch heute ist im Giebel des Hauses ein Maueranker mit den Initialen F.B. zu sehen. <br \/>Die mit Wasserfarben gemalte Volkslebensszene besticht durch die r\u00e4umliche Aufteilung, ihre Detailgenauigkeit und eine harmonische Farbigkeit. Die Farben hat Braren vermutlich selbst hergestellt. Der mit \u00d6lfarben gefertigte Hintergrund von Boden, Decke und W\u00e4nden sollte sp\u00e4ter jedoch gro\u00dfen Restaurationsbedarf fordern, da das Mischverh\u00e4ltnis nicht ideal war. Etwa zehn Jahre sp\u00e4ter sollte sich Oluf Braren an einer vergr\u00f6\u00dferten Darstellung der Hochzeitsszenerie versuchen, die jedoch nie fertiggestellt wurde. Die vorhandenen vier Bildteile verbrannten 1980 im Altonaer Museum.<\/p>\n<p>Das Hochzeitsbild ist, nachdem Verwandte es im Jahr 1874 bei ihrer Auswanderung mit nach Amerika genommen hatten, seit 1983 wieder auf F\u00f6hr in Privatbesitz. Die Grabsteine des Brautpaars kann man auf dem Friedhof in S\u00fcderende sehen. Der Stein des Pastors steht den beiden gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Die Oluf Braren-Serie in \u00bbWIR Insulaner\u00ab soll \u00fcber das Leben und Werk des bedeutenden F\u00f6hrer Malers aufkl\u00e4ren. Sie ist mit Hilfe der Forschungen der Ferring Stiftung in Alkersum und insbesondere des Buchs \u00bbOluf Braren: Leben und Werk\u00ab von Joachim Taege entstanden, denen an dieser Stelle daf\u00fcr gedankt sein soll. F\u00fcr interessierte Leser ist das Buch in der Ferring Stiftung, im insularen Buchhandel und bei EDEKA Nissen in Utersum erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_gallery _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; gallery_ids=&#8220;1486,1485&#8243; show_title_and_caption=&#8220;off&#8220; show_pagination=&#8220;off&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_gallery][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p><em>Grabsteine der Eheleute Fr\u00fcd Braren (li.) und Krassen Braren in S\u00fcderende\u00a0 \u00a0Fotos: Andreas Hansen<\/em><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Serie \u00bb200 Jahre Werk des F\u00f6hrer Malers Oluf Braren\u00ab: Ein Hochzeitsbild als Zeuge der Zeit War das geplant? 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