{"id":1856,"date":"2023-06-28T12:00:00","date_gmt":"2023-06-28T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=1856"},"modified":"2023-06-23T09:29:54","modified_gmt":"2023-06-23T07:29:54","slug":"trauriges-schicksal-einer-unmoralischen-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=1856","title":{"rendered":"Trauriges Schicksal einer unmoralischen Liebe"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; type=&#8220;4_4&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/wirinsulaner.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Braren_H.jpg&#8220; _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; title_text=&#8220;Braren_H&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p><em>Portr\u00e4t Ing Peter Matzen mit Kindern von Oluf Braren im Altonaer Museum, Hamburg.\u00a0 \u00a0Foto: Elke Schneider.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Dritter Teil der Serie \u00bb200 Jahre Werk des F\u00f6hrer Malers Oluf Braren\u00ab:<\/em><\/strong><\/p>\n<h1>Trauriges Schicksal einer unmoralischen Liebe<\/h1>\n<p>\u00bbOh, welch Schande!\u00ab tuschelt ganz Westerland-F\u00f6hr im Jahr 1821. Was war geschehen? Es hatte sich herausgestellt, dass der Utersumer Lehrer Oluf Braren (1787-1839) \u00fcber sieben Jahre lang ein au\u00dfereheliches Verh\u00e4ltnis mit Ing Peter Matzen (1796-1866), seiner fr\u00fcheren Sch\u00fclerin, gef\u00fchrt hatte \u2013 und dass daraus sogar zwei uneheliche Kinder hervorgegangen waren. Oh, welch Schande! Damit besch\u00e4ftigen wir uns im dritten Teil der Serie \u00bb200 Jahre Werk des F\u00f6hrer Malers Oluf Braren\u00ab.<br \/>Konform gehen \u2013 damit tat sich Oluf Braren immer schwer. Sein Vater will, dass Oluf als \u00e4ltester Sohn seinen Beruf als Landwirt und Schmied \u00fcbernimmt. Doch es sind mehr die B\u00fccher, das Mikroskop und die auf F\u00f6hr zu findenden Versteinerungen und Mineralien, die ihn interessieren. Braren wird stattdessen Lehrer und f\u00e4ngt an zu malen. Bereits 1813 entsteht ein Skizzenbuch mit 89 aquarellierten Zeichnungen von exotischen Tieren wie Tiger, L\u00f6we, Wal und Hy\u00e4ne. Diese Zeichenmappe verwendet Braren auch im Unterricht. Seine Sch\u00fcler sind fasziniert. Ebenfalls die Sch\u00fclerin Ing Peter Matzen, ein sehr begabtes M\u00e4dchen aus Hedehusum.<\/p>\n<p>Da Ing die Schwester von Brarens Freund Nahmen Peter Matthiesen ist, bricht auch nach der Schulzeit der Kontakt zwischen Lehrer und Sch\u00fclerin nie ganz ab. Entgegen zu Merret Braren, der Ehefrau des Lehrers und Malers, versteht das junge M\u00e4dchen den Kunstsinn von Oluf Braren vollumf\u00e4nglich und kann seinen Ausf\u00fchrungen folgen. Ing schaut zu Oluf auf, er wiederum f\u00fchlt sich verstanden. Es passiert, was nicht passieren darf: Die beiden beginnen 1814 eine Aff\u00e4re. Bereits im Jahr darauf wird die uneheliche Tochter Gardina Christina geboren (1815-1885). Sp\u00e4ter folgt noch der Sohn Peter Matthias (1819-1820), der jedoch nur ein Jahr alt wird. Verst\u00e4ndlicherweise ist Ehefrau Merret verzweifelt. Doch das Verh\u00e4ltnis kann sie nicht beenden. Es kommt noch schlimmer: Die Kirchengemeinde, die auch f\u00fcr das Schulwesen zust\u00e4ndig ist, k\u00fcndigt Brarens Stellung als Dorfschullehrer in Utersum. Der \u00f6ffentliche Druck sorgt f\u00fcr das Ende der Aff\u00e4re im Jahr 1821. Nur durch das Wohlwollen des Pastors gelingt eine Versetzung als Hilfsschullehrer in Toftum. Die j\u00e4hrliche Zuwendung reduziert sich von 300 auf nur noch 100 Mark Courant. Das Ehepaar ist fortan auf die Unterst\u00fctzung durch Brarens Geschwister angewiesen. Beide werden bis zu ihrem Lebensende in Armut leben.<\/p>\n<p>Trotz Armut gelingt es Oluf Braren, immer wieder in seine eigene k\u00fcnstlerische Welt zu fl\u00fcchten. Gerade Ing geht ihm dabei nicht aus dem Kopf. Auf Elfenbein malt Braren ein Doppelmedaillon mit Silberfassung, das ihn und seine fr\u00fchere Geliebte abbildet. Ein Portr\u00e4t seiner unehelichen Familie bezeichnet der Kunsthistoriker Wilhelm Niemeyer sp\u00e4ter als Brarens Meisterwerk. Das Bild (37,5 x 24 cm) besticht durch seine Farbintensit\u00e4t. Mit selbstbewusstem, aber entspanntem Blick thront die Mutter \u00fcber ihren Kindern. Ihre Tracht mit rosenverziertem seidenem Tuch tr\u00e4gt sie voller Stolz. Ihre aufgeweckte Tochter umfasst z\u00e4rtlich die Finger des Sohnes. Dessen \u00fcbergro\u00df erscheinender Kopf mit mumps\u00e4hnlich angeschwollenen Wangen k\u00f6nnte ein Hinweis auf die kurze Lebenszeit des Kleinen sein. \u00c4hnlich wie die Liebe von Lehrer und Sch\u00fclerin steht auch das Schicksal dieses Bildes unter keinem guten Stern. Es wird bei einem Brand im Altonaer Museum im Jahr 1980 vernichtet. Die Tochter Gardina liegt in S\u00fcderende begraben. Von Mutter und Sohn scheint kein Grabstein mehr vorhanden zu sein.<\/p>\n<p>Die Oluf Braren-Serie in \u00bbWIR Insulaner\u00ab soll \u00fcber das Leben und Werk des bedeutenden F\u00f6hrer Malers aufkl\u00e4ren. Sie ist mit Hilfe der Forschungen der Ferring Stiftung in Alkersum und insbesondere des Buchs \u00bbOluf Braren: Leben und Werk\u00ab von Joachim Taege entstanden, denen an dieser Stelle herzlich gedankt sein soll. F\u00fcr interessierte Leser ist das Buch in der Ferring Stiftung, im insularen Buchhandel und bei EDEKA Nissen in Utersum erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/wirinsulaner.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20220816_135358.jpg&#8220; _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; title_text=&#8220;20220816_135358&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.21.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p><em>Grabstein von Gardina R\u00f6rden, Tochter von Oluf Braren, in S\u00fcderende\u00a0 \u00a0 Foto: Andreas Hansen<\/em><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Portr\u00e4t Ing Peter Matzen mit Kindern von Oluf Braren im Altonaer Museum, Hamburg.\u00a0 \u00a0Foto: Elke Schneider. 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