{"id":3439,"date":"2024-04-23T12:37:18","date_gmt":"2024-04-23T10:37:18","guid":{"rendered":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=3439"},"modified":"2024-04-19T12:40:47","modified_gmt":"2024-04-19T10:40:47","slug":"anschauliche-zeugen-aus-zeiten-des-walfangs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=3439","title":{"rendered":"Anschauliche Zeugen aus Zeiten des Walfangs"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.22.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.22.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.22.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/wirinsulaner.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Braren_S.jpg&#8220; _builder_version=&#8220;4.25.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; title_text=&#8220;Ketel Harken&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.25.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p><em>Braren-Portr\u00e4ts der Kapit\u00e4ne Ketel Harken (oben) und Oluf Ocken (unten) Fotos: Elke Schneider \u2013 Ketel Harken: Stiftung historische Museen Hamburg, Altonaer Museum, Hamburg, Oluf Ocken: Dr-Karl-Haeberlin-Friesen-Museum, Wyk\/F\u00f6hr<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Vierter und letzter Teil unserer Serie \u00bb200 Jahre Werk des F\u00f6hrer Malers Oluf Braren\u00ab:<\/em><\/strong><\/p>\n<h1>Anschauliche Zeugen aus Zeiten des Walfangs<\/h1>\n<p>\u00bbVergiss mich nicht!\u00ab, mag manch F\u00f6hrer Seefahrer beim Abschied zu seiner Frau gesagt haben, als er in Funktion eines Schiffsoffiziers oder Kapit\u00e4ns f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit in See stach. Einige von ihnen waren erst seit kurzer Zeit verheiratet. Dies erkl\u00e4rt, warum Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts auch auf den Nordfriesischen Inseln eine Vielzahl an Miniaturen und anderen Portr\u00e4ts gefertigt wurde. Zu den bekanntesten Miniaturisten geh\u00f6rten Paul Ipsen von Hallig Oland und Hans Peter Feddersen aus Wester Schnateb\u00fcll bei Leck. Auch der Oldsumer Lehrer und Maler Oluf Braren (1787-1839) fertigte gern Miniaturen von sich und Familienangeh\u00f6rigen an, \u00fcbernahm gelegentlich aber auch Auftragsarbeiten, um sich etwas Geld zu verdienen. K\u00fcnstlerisch konnte er es mit den anderen Portr\u00e4tisten aufnehmen. Das ist das Thema des vierten und letzter Teils unserer Serie \u00bb200 Jahre Werk des F\u00f6hrer Malers Oluf Braren\u00ab.<br \/>Eine fr\u00fche Arbeit Brarens erleidet ein interessantes Schicksal. Bei der gro\u00dfen Sturmflut 1825 wird das Haus des Kapit\u00e4ns J\u00fcrgen Fedders komplett zerst\u00f6rt. Eine rechteckige, aus Elfenbein gefertigte, goldumrahmte Plakette mit dem Antlitz Fedders geht dabei verloren \u2013 taucht jedoch sp\u00e4ter beim Pfl\u00fcgen eines Ackers zwischen Klein- und Gro\u00dfdunsum wieder auf! Die Miniatur befindet sich heute in Privatbesitz. Auch der Toftumer Walfang-Commandeur Ketel Harken (1761-1843) l\u00e4sst sich von Oluf Braren portr\u00e4tieren. Harken hatte bereits als Elfj\u00e4hriger mit der Seefahrt begonnen, war fr\u00fch mit dem Walfang erfolgreich gewesen. 1807 geriet er in englische Gefangenschaft, wusste somit um die vielen Gefahren der Meere. Etwa 1820 l\u00e4sst Harken von Oluf Braren ein Medaillon (6 x 4,8 cm) mit Schutzglas f\u00fcr seine zweite Ehefrau anfertigen. Fortan kann diese die Miniatur als Erinnerungsst\u00fcck und Gl\u00fccksbringer an ihrer Hakenkette als Teil ihrer Tracht tragen. Gl\u00fcck ben\u00f6tigt Ketel Harken bereits im darauffolgenden Jahr, als sein Schiff bei Gr\u00f6nland von Eismassen zerdr\u00fcckt wird. Zehn Tage lang rudert die Mannschaft in Schaluppen und rettet sich schlie\u00dflich auf Ponys nach Reykjavik. Ketel Harken und Frau sind in S\u00fcderende begraben, sein Portr\u00e4t befindet sich im Altonaer Museum.<br \/>Ebenfalls im zw\u00f6lften Lebensjahr geht Oldsums Oluf Ocken (1761-1823) erstmals auf Walfang. Seine Karriere f\u00fchrt ihn vom Speckschneider \u00fcber den Harpunier und Steuermann bis hin zum Commandeur. In dem um 1820 gefertigten Aquarell (29 x 23 cm) kann man bei Ocken eine gewisse Unsicherheit erkennen. Braren l\u00e4sst den Kapit\u00e4n selbstbewusst, vom Leben gezeichnet, aber auch dem\u00fctig bis gottesf\u00fcrchtig erscheinen. Die kleinen Augen und die faltige Stirn sind typische Zeichen der Laienmalerei. Gleichzeitig scheint sich Oluf Ocken in seiner Rolle als Modell ein wenig unsicher zu f\u00fchlen. 1823 stirbt Oluf Ocken auf See, nachdem er bereits l\u00e4nger erkrankt war. Er liegt neben seiner Frau in S\u00fcderende begraben. Das gut erhaltene Bild h\u00e4ngt in einer Vitrine im Obergeschoss des Friesen-Museums. Es ist das einzige auf F\u00f6hr erhaltene Portr\u00e4t Brarens.<br \/>F\u00fcr die Insel F\u00f6hr sind die Portr\u00e4ts Oluf Brarens unermesslich wichtige Zeugen der Zeit. Mit ihnen kann man sich die Welt vor 200 Jahren nachdr\u00fccklich vorstellen. Sie geben faszinierende Eindr\u00fccke des damaligen Volkslebens wieder und laden zu intensiveren Betrachtungen ein. Brarens Werk verdient jede Lobpreisung. Sein einzigartiges Talent wirkt in seinen Werken fort.<br \/>Die kleine Oluf-Braren-Serie in \u00bbWIR Insulaner\u00ab sollte \u00fcber das Leben und Werk des bedeutenden F\u00f6hrer Malers aufkl\u00e4ren. Sie ist mit Hilfe der Forschungen der Ferring Stiftung in Alkersum und insbesondere des Buchs \u00bbOluf Braren: Leben und Werk\u00ab von Joachim Taege entstanden, denen an dieser Stelle herzlich gedankt sein soll. F\u00fcr interessierte Leser ist das Buch in der Ferring Stiftung, im insularen Buchhandel und bei \u00bbEDEKA Nissen\u00ab in Utersum erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/wirinsulaner.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Oluf-Ocken.jpg&#8220; _builder_version=&#8220;4.25.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; title_text=&#8220;Oluf Ocken&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbVergiss mich nicht!\u00ab, mag manch F\u00f6hrer Seefahrer beim Abschied zu seiner Frau gesagt haben, als er in Funktion eines Schiffsoffiziers oder Kapit\u00e4ns f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit in See stach. Einige von ihnen waren erst seit kurzer Zeit verheiratet. Dies erkl\u00e4rt, warum Anfang bis Mitte des 19. 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