{"id":4565,"date":"2025-01-14T12:12:00","date_gmt":"2025-01-14T11:12:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=4565"},"modified":"2025-01-10T09:42:28","modified_gmt":"2025-01-10T08:42:28","slug":"wenn-jeder-atemzug-zu-einem-wunder-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=4565","title":{"rendered":"Wenn jeder Atemzug zu einem Wunder wird \u2026"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; type=&#8220;4_4&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p><em>Eine tapfere Autorin, die viel zu erz\u00e4hlen hat: Rosi Jerusel\u00a0 \u00a0Foto: Andreas Hansen<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Autorin aus Goting schreibt bewegende Biografie:<\/strong><\/p>\n<p>Das Leben kann sich von einem auf den anderen Tag komplett ver\u00e4ndern. Ein Unfall oder eine Diagnose \u2013 und schon ist alles anders. F\u00fcr einen selbst, aber auch f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen. Dies musste auch Roswitha \u00bbRosi\u00ab Jerusel im Jahr 2016 erleben, die zur H\u00e4lfte des Jahres bei Siegen und zur anderen H\u00e4lfte in Goting auf F\u00f6hr wohnt. Zun\u00e4chst hatte nach der R\u00fcckkehr aus einem Urlaub der Keller unter Wasser gestanden. Ein Dichtungsring der Heizung war daf\u00fcr verantwortlich gewesen. Der Schaden war schnell behoben, doch pl\u00f6tzlich hatte die Pflegewissenschaftlerin und gelernte Intensiv- und Palliativkrankenschwester Probleme, ihrer Familie beim Skifahren zu folgen. Auch beim Joggen hatte sie deutlich weniger Kraft und unangenehme Hustenanf\u00e4lle. Als eine erste Untersuchung ihre Lungenfunktion auf nur noch 50 Prozent bezifferte, lie\u00df sie sich in eine Uni Klinik einweisen. Es folgte der Schicksalstag mit der Diagnose: Lungenfibrose. Unheilbar! Einzige Therapiem\u00f6glichkeit: Eine Transplantation! Als Folge des Wasserschadens hatten eingeatmete Schimmelpilze das Lungengewebe von Rosi Jerusel v\u00f6llig zerst\u00f6rt. Auf einmal ist f\u00fcr Rosi Jerusel alles anders. Nur noch ein schnelles, oberfl\u00e4chliches Atmen ist m\u00f6glich. Dazu Aushusten bis zur v\u00f6lligen Ersch\u00f6pfung. Wie sie sagt, f\u00fchlte sich ihr Brustkorb dabei an, als w\u00e4re dieser wie ein Metallgeh\u00e4use, welches immer enger und enger zusammengeschraubt wird. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen als Intensivschwester beschlie\u00dft sie jedoch, dass sie einer Transplantation nie zustimmen wird. Die Mutter von zwei erwachsenen Kindern f\u00fchlt sich vom Leben reich beschenkt. Wenn sie jetzt abtreten muss, dann ist das eben so. Aber sie denkt auch daran, dass sie in ihrer Karriere erlebt hat, wie sich Dinge bei Patienten pl\u00f6tzlich wundersam zum Positiven ver\u00e4ndern, die kognitiv oder auch fachlich nicht erkl\u00e4rbar sind. Es folgt die Entscheidung, sich bei einem Hospiz auf die Warteliste setzen zu lassen. Da sie jedoch merkt, dass ihre Familie sie nicht gehen lassen mochte, l\u00e4sst sie sich zus\u00e4tzlich bei Eurotransplant listen.<br \/>Ihre damalige, pers\u00f6nliche Stimmung beschreibt Rosi Jerusel als ambivalent. Zun\u00e4chst muss sie die nicht-invasive Beatmung lernen, nachts kommt es zu Atemstillst\u00e4nden. \u00bbDu musst jetzt Abschied nehmen von deinem Leben\u00ab, sagt sie sich selbst und schreibt Details zu ihrer eigenen Beerdigung auf, als w\u00e4re es ein Kochrezept.<br \/>Dann 2021 \u2013 ungeachtet der medizinischen Versorgung \u2013 noch einmal nach F\u00f6hr. Ein letztes Mal in Hedehusum im Strandkorb sitzen, in Goting das Pl\u00e4tschern der Wellen genie\u00dfen, in S\u00fcderende einen Gottesdienst besuchen. Die Lungenfunktion verschlechtert sich von Tag zu Tag weiter, liegt nur noch bei 20 Prozent. Trotzdem immer wieder dieser Husten bis zum Ohnm\u00e4chtigwerden. Ihre T\u00f6chter bittet sie, wenn ihr Ehemann Michel, mit dem Rosi 23 Jahre verheiratet ist, sp\u00e4ter eine m\u00f6gliche neue Partnerin haben sollte, dieser offen gegen\u00fcberstehen. Dann fragt das Hospiz nach: M\u00f6chten Sie kommen? Auf einmal ein zweiter Anruf: Wir haben ein Organ f\u00fcr Sie!! Wollen Sie kommen? Wollen? <br \/>Rosi Jerusel connectet mit dem \u00bbArchitekten im Himmel\u00ab. Die Antwort: Du musst fahren! \u00bbDu schaffst das!\u00ab, sagen Ehemann Michel und die Kinder freudig, aber besorgt. Es folgt der Tag der Lungentransplantation. Kommt es zu den bef\u00fcrchteten Absto\u00dfungsreaktionen? Deutlich sp\u00fcrt Rosi Jerusel, dass viele Menschen an sie denken und f\u00fcr sie beten. Doch zun\u00e4chst einmal neun Tage ECMO-Beatmung an der Herz-Lungen-Maschine. Dann am 27. August 2021 die ersten tiefen Atemz\u00fcge mit der neuen Lunge. \u00dcberw\u00e4ltigend! Was f\u00fcr ein lebensbejahender Mensch muss das gewesen sein, diese neue \u00bbhimmlische\u00ab Lunge zu verschenken!<\/p>\n<p>Doch das Leben 2.0 muss erst wieder in Gang kommen. Die Patientin hat, da sie lange beatmet wurde, keine Rumpfstabilit\u00e4t mehr. Sie muss erst wieder das Laufen lernen, beschlie\u00dft im September 2021 zur allgemeinen \u00dcberraschung trotzdem: \u00bbIch gehe in dieser Saison noch auf die Ski-Piste!\u00ab Und tats\u00e4chlich: Acht Monate und viele Stunden Muskeltraining sp\u00e4ter steht Rosi Jerusel oben am Start. Die mitangereisten Freunde halten die Luft an. Doch dann kommt die Rekonvaleszentin heruntergewedelt wie immer. Tr\u00e4nen schie\u00dfen allen in die Augen. Unten wird zusammen geweint.<br \/>Durch eine gesunde Lebensweise konnte Rosi Jerusel bis heute die Menge an einzunehmenden Tabletten stark reduzieren. Trotzdem nimmt sie an regelm\u00e4\u00dfigen Untersuchungen teil um sicherzustellen, dass mit der neuen Lunge alles in Ordnung ist. Ihr eigenes Fazit: Obwohl kein absoluter Kircheng\u00e4nger, f\u00fchle sie eine starke Verbindung zu ihrem Sch\u00f6pfer. Die Endlichkeit eines jeden Lebens habe l\u00e4ngst begonnen, sagt sie. Das Leben bleibe f\u00fcr sie ein Geheimnis, doch habe sie gelernt, ohne jeden Zweifel zu vertrauen. Mit jeder Zelle ihres K\u00f6rpers genie\u00dfe sie jeden einzelnen Moment, was auch immer ihr noch passieren m\u00f6ge. Und: An jedem neuen Tag gelte der erste und letzte Gedanke ihrer Organspenderin. \u00dcber das Erlebte hat Roswitha Jerusel jetzt ihre Biografie: \u00bbWeil jeder Atemzug ein Wunder ist\u00ab geschrieben Diese soll medizinischem Personal wertvolle Einblicke geben und zugleich Menschen helfen, die lernen m\u00f6chten, mit Schicksalsschl\u00e4gen umzugehen. Das Buch ist im \u00bbadeo Verlag\u00ab erschienen und kostet 20 Euro als gebundene Fassung.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Leben kann sich von einem auf den anderen Tag komplett ver\u00e4ndern. Ein Unfall oder eine Diagnose \u2013 und schon ist alles anders. F\u00fcr einen selbst, aber auch f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen. Dies musste auch Roswitha \u00bbRosi\u00ab Jerusel im Jahr 2016 erleben, die zur H\u00e4lfte des Jahres bei Siegen und zur anderen H\u00e4lfte in Goting auf F\u00f6hr wohnt. Zun\u00e4chst hatte nach der R\u00fcckkehr aus einem Urlaub der Keller unter Wasser gestanden. Ein Dichtungsring der Heizung war daf\u00fcr verantwortlich gewesen. 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