{"id":5608,"date":"2025-08-05T12:18:00","date_gmt":"2025-08-05T10:18:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=5608"},"modified":"2025-08-01T10:44:57","modified_gmt":"2025-08-01T08:44:57","slug":"beste-unterhaltung-mit-reichlich-tiefgang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=5608","title":{"rendered":"Beste Unterhaltung mit reichlich Tiefgang"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; type=&#8220;4_4&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend Lisa als Friesin aufgenommen wird (Foto oben), erleidet ihr Vater auf der Insel Schiffbruch<\/em><\/p>\n<p>In \u00bbMy Feer Lady\u00ab hat Theaterregisseur und Autor Nicolas Dabelstein eine eigene Version des ber\u00fchmten Musicalfilms \u00bbMy Fair Lady\u00ab f\u00fcr die B\u00fchne des S\u00fcderender Hoftheaters F\u00f6hr geschrieben. Der Film mit Rex Harrison und Audrey Hepburn, der 1965 acht Oscars gewann, basierte damals auf das St\u00fcck \u00bbPygmalion\u00ab von George Bernard Shaw. Wie bereits in den vier vorangegangenen Produktionen sorgt Theatermacher Dabelstein erneut mit einer Kombination aus einfachen Mitteln und der Kraft der Schauspielerei f\u00fcr eine beeindruckende Darbietung. Der Mix aus Berufsschauspielern und friesischen Laienschauspielern macht dabei den besonderen Reiz aus.<br \/>Im St\u00fcck \u00bbMy Feer Lady\u00ab taucht der \u00f6sterreichische Immobilienspekulant Karl Krenko (eine \u00c4hnlichkeit mit Ren\u00e9 Benko ist nicht ungewollt) nach einer U-Haft auf F\u00f6hr unter. W\u00e4hrend er bei den \u00bbIndianern und Strandr\u00e4ubern\u00ab alles einfach und reizlos findet, f\u00e4ngt seine Tochter Lisa Krenko langsam an, die Urspr\u00fcnglichkeit und Einzigartigkeit des Insellebens zu erkennen. Doch ohne Friesisch kein Job und kein Eintauchen in die Gesellschaft. Als sie sich entschlie\u00dft, ein unabh\u00e4ngiges, ehrliches Leben auf F\u00f6hr zu f\u00fchren, bittet sie frei nach dem Motto \u00bbFries oder stirb\u00ab den F\u00f6hrer Professor f\u00fcr Frisistik Hark Hinrichs, ihr die friesische Sprache beizubringen. Als dessen Haush\u00e4lterin, die Lisa gern scheitern sehen m\u00f6chte, ihm eine Wette anbietet, \u00e4ndert der Professor seine anf\u00e4nglich ablehnende Haltung und unterrichtet die \u00d6sterreicherin mit dem Ziel, dass sie auf dem traditionellen \u00bbFering Inj\u00ab als Einheimische durchgeht. Der Weg dahin ist kein einfacher. W\u00e4hrend ihr Vater in S\u00fcderende eine Beauty-<br \/>Klinik samt South End-Tower und Strohhauberl bauen will, muss die Tochter erst einmal lernen, dass man Friesen nicht die Hand gibt und schon gar nicht umarmt. Kurzzeitig erwachen beim Professor lustige Liebesgef\u00fchle \u2013 ganz wie einst bei Pygmalion, der sich in der griechischen Mythologie in seine von ihm geschaffene Statue verliebte. Am Ende gelingt der Coup tats\u00e4chlich: Lisa wird auf dem Tanzfest umringt von fliegenden Sch\u00fcrzen zur Friesin, doch Vater Krenko muss \u00bbzu neuen Ufern\u00ab nach Sylt aufbrechen.<br \/>Das Publikum in der 65 Personen fassenden Scheune ist von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt. Der Titel und auch die erlangte Reputation des Theaters haben dazu gef\u00fchrt, dass bereits 80 Prozent der Tickets der auf 14 Vorstellungen angesetzten Produktion vergriffen sind. Dabelsteins kurzweilige Adaption des klassischen B\u00fchnenst\u00fccks sorgt f\u00fcr viele Lacher, beeindruckt durchg\u00e4ngig aber auch durch Tiefgang. So wie das Original einst Kritik an der englischen Klassengesellschaft aus\u00fcbte, so zeigt \u00bbMy Feer Lady\u00ab auf, dass es nicht Entfremdung und Materialismus sind, die es verdienen, angebetet zu werden, sondern die tieferliegenden Werte. Diese sind es, die das Gemeinschaftsgef\u00fchl definieren. Anerkennung und Selbstverwirklichung sind alles, was ein Friese an Identit\u00e4t braucht. Es sind diese Jahrhunderte alten Energien der Ur-Friesen, die noch immer in uns schlummern sowie die gemeinschaftlich gelebte Kultur, die das Leben auf der Insel so attraktiv macht. Oder wie Professor Hinrichs sagt: \u00bbUnsere Gesetze sind Ebbe und Flut. Unsere Demut reicht so weit wie die See.\u00ab<\/p>\n<p>Die beiden Profi-Schauspieler Thomas Lackner und Anna Mariani \u00fcberzeugen mit ihrem Wiener beziehungsweise Tiroler Dialekt, ihren eindrucksvoll dargestellten Emotionen und ihren geschulten Singstimmen. Die aus der Feder der Nieb\u00fcller Singer-Songwriterin Synje Norland stammenden eing\u00e4ngigen Lieder (\u00bbWas k\u00fcmmern mich Prestige und Geld \u2013 das hier ist meine Welt\u00ab) treffen ins Herz. Was jedoch den besonderen Charme der Produktion ausmacht, ist die Teilhabe der Laien-Schauspieler. Bereits Joseph Beuys sagte: \u00bbJeder Mensch ist ein K\u00fcnstler\u00ab. Es ist das unverbrauchte, unverstellte Talent, das in den vier F\u00f6hrer Laien-Darstellern schlummert, welches die Darbietung umso sympathischer macht. Tragen wir nicht alle verborgene Seiten in uns? Das St\u00fcck inspiriert, diese Seiten zu suchen.<\/p>\n<p>Was das St\u00fcck ebenfalls bewirkt: Es macht auch neugierig auf das Fering. Es zeigt, wie einzelne W\u00f6rter in verschiedenen Gemeinden unterschiedlich ausgesprochen werden. Es f\u00f6rdert das Interesse an der hiesigen Kultur. Man darf gespannt sein, was f\u00fcr regionale Themen als N\u00e4chstes anstehen. Der Geschichtenschatz der Insel gibt zweifellos noch manches her. Sicher ist jedoch: Das Hoftheater F\u00f6hr hat sich sp\u00e4testens mit \u00bbMy Feer Lady\u00ab zu einer neuen Institution auf der Insel katapultiert.<br \/>Die n\u00e4chsten Auff\u00fchrungen sind am 9., 10., 13. und 14. August sowie am 21., 22., 24., 26. Und 27.August, jeweils um 19.30 Uhr. Tickets sind unter www.hoftheater-foehr.de erh\u00e4ltlich.<br \/><em>Gastbeitrag: Andreas Hansen<\/em><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/wirinsulaner.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/20250724_215822x-e1754037668922.jpg&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; title_text=&#8220;W\u00e4hrend Lisa als Friesin aufgenommen wird (Foto li.), erleidet ihr Vater auf der Insel Schiffbruch&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In \u00bbMy Feer Lady\u00ab hat Theaterregisseur und Autor Nicolas Dabelstein eine eigene Version des ber\u00fchmten Musicalfilms \u00bbMy Fair Lady\u00ab f\u00fcr die B\u00fchne des S\u00fcderender Hoftheaters F\u00f6hr geschrieben. 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