{"id":869,"date":"2022-12-21T12:53:02","date_gmt":"2022-12-21T11:53:02","guid":{"rendered":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=869"},"modified":"2022-12-21T12:53:02","modified_gmt":"2022-12-21T11:53:02","slug":"karima-meynkoehn-zu-ihren-sorgen-ueber-die-volkshochschule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirinsulaner.de\/?p=869","title":{"rendered":"Karima Meynk\u00f6hn zu ihren Sorgen \u00fcber die Volkshochschule"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; _builder_version=&#8220;4.19.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.19.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.19.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; type=&#8220;4_4&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/wirinsulaner.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221119_160121x.jpg&#8220; _builder_version=&#8220;4.19.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; title_text=&#8220;20221119_160121x&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.19.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p><em>Karima Meynk\u00f6hn beim Unterricht im Reedereigeb\u00e4ude\u00a0 Fotos: Andreas Hansen<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Exklusiv-Interview mit der Leiterin der VHS Insel F\u00f6hr:<\/strong><\/em><\/p>\n<h1>Karima Meynk\u00f6hn zu ihren Sorgen \u00fcber die Volkshochschule<\/h1>\n<p>Andreas Hansen, Mitarbeiter von \u00bbWIR Insulaner\u00ab sprach mit Karima Meynk\u00f6hn. Leiterin der Volkshochschule auf F\u00f6hr, \u00fcber aktuelle Themen der VHS Insel F\u00f6hr. Dabei kamen auch die Sorgen zur Sprache.<\/p>\n<p>WIR: Moin Frau Meynk\u00f6hn, erholt sehen Sie aus. Waren Sie in Urlaub?<\/p>\n<p>K.M.: Ich war in der winterlichen Sonne Nordspaniens. Wir machen mit der Volkshochschule in jedem Jahr eine Reise am letzten Wochenende des Monats November; das hei\u00dft, immer am 1. Advent. Diesmal war Bilbao der Ausgangsort. Wir fuhren von da f\u00fcr einen Tag mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln nach San Sebastian. Und dann auch nach Gernika. Und am Ende der Reise noch f\u00fcr drei Tage nach Santiago de Compostela. Wir hatten herrliches Wetter, au\u00dfer einem wahnsinnigen Regentag in Santiago de Compostela. Doch da besuchten wir gerade das Museum der Kathedrale und hatten das Wasser erst vorgefunden, als wir schon wieder herausspazierten (lacht).<\/p>\n<p>WIR: Die Reisen der VHS haben seit Ende der 70er Jahre eine gro\u00dfe Tradition. Nach welchen Gesichtspunkten wird so eine Reise ausgew\u00e4hlt?<\/p>\n<p>K.M.: Seit ich 2004 anfing, diese Reisen anzubieten (die erste ging im Fr\u00fchling nach London) m\u00f6chte ich den Leuten immer eine kleine, feine Kulturreise bieten. Wir reisen an einen Ort, der sehr viel Kultur bietet, wo jedoch jeder aus verschiedenen Modulen w\u00e4hlen kann. Man kann also jede Veranstaltung mitmachen \u2013 dies beschr\u00e4nkt sich jedoch auf eine Veranstaltung am Tag \u2013 oder auch eigenst\u00e4ndig etwas unternehmen. Wer m\u00f6chte, kann auch fr\u00fcher ab- oder weiterreisen. Gemeinsame Abendessen finden nicht mehr statt. Damit habe ich aus Erfahrung aufgeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>WIR: Nun ein anderes Thema. Inwieweit hatten die Entwicklungen der letzten Jahre und Monate \u2013 sprich Corona und Energiesparen \u2013 Einfluss auf das VHS-Angebot?<\/p>\n<p>K.M.: Das Angebot selbst ist geblieben. Nur die Nachfrage hat sich ver\u00e4ndert. Die Teilnahme, die zwar besser ist als 2020\/21, l\u00e4sst immer noch zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Die Leute sagen: \u00bbToll, dass es uns gibt. Toll, wie viele Bereiche mit sehr guten Vortr\u00e4gen ausgestattet sind.\u00ab Aber es kommen zu wenig Leute. Und das k\u00f6nnen wir langfristig nicht durchhalten.<\/p>\n<p>WIR: Wie hat es sich auf die Finanzen (sprich Kurseinnahmen) ausgewirkt?<\/p>\n<p>K.M.: Es gibt einen Betrag, der sich auf mindestens acht Teilnehmer bezieht. Wenn das jetzt weniger sind, wie zum Beispiel bei Konversation Englisch, dann werden die fehlenden Geb\u00fchren auf die anderen Teilnehmer aufgeteilt. Daraus bezahlen wir den Dozenten, wobei wir schon versuchen, das so zu kalkulieren, dass wir auch ein bisschen Gewinn haben.<\/p>\n<p>WIR: F\u00fcr welche Personengruppen gibt es speziell Folgen von Corona? Wie ist es mit Kindern?<\/p>\n<p>K.M.: Wir haben eigentlich selten Kinderkurse. Die hatten wir in meinen Anfangsjahren, sie haben sich dann aber nicht bew\u00e4hrt. Wir hatten einmal einen sehr netten Bauchtanzkurs, auch Malkurse. Jetzt bieten wir Yogakurse f\u00fcr Kinder an. Mal sehen, wie sie angenommen werden. Doch leider hat sich herausgestellt, dass entweder die Kinder nicht den langen Atem und wir vielleicht nicht das richtige Angebot hatten oder es nicht in den Zeitplan der Eltern passte. F\u00fcr wen es sich sehr ver\u00e4ndert hat \u2013 nicht weil wir es nicht mehr anbieten, sondern weil die Nachfrage nicht da ist \u2013 sind die Senioren. Die Senioren kommen einfach nicht mehr. Das wundert mich sehr, denn die Leute gehen nach wie vor gern an Orte, wo sie sich nachweisbar am meisten anstecken. Kaffeekr\u00e4nzchen, in engen Orten sich aufhalten. Bei der Volkshochschule haben wir einen gro\u00dfen Raum f\u00fcr Vortr\u00e4ge. Wir machen zwischendurch die T\u00fcr auf, die Leute k\u00f6nnen mit Maske kommen. Aber das ist unser Problem. Das ganz gro\u00dfe Beispiel ist \u00bbEnglish for Seniors\u00ab.<\/p>\n<p>WIR: Wie schwer ist es, neue Kursleiter zu gewinnen? Wie nimmt man jemanden, der gut n\u00e4hen kann, die Angst zu unterrichten. Es sind schlie\u00dflich meist keine Lehrer?<\/p>\n<p>K.M.: Das ist ein gutes Beispiel. Aber das gibt es im Moment nicht auf F\u00f6hr \u2013 und ist mit viel Aufwand verbunden. Die Kursleiter rufe ich an, da bin wie ein Bullterrier, der da nicht mehr losl\u00e4sst. Es ist sehr, sehr schwierig. Wenn ich Leute von ausw\u00e4rts habe \u2013 die kosten nat\u00fcrlich auch viel mehr \u2013 so wollen die alle zu einer Zeit kommen, in der sich F\u00f6hr nett pr\u00e4sentiert. Das hei\u00dft ab dem Fr\u00fchjahr bis Herbst. Dann funktioniert das nicht. Einmal ist das nicht unser Semester und die Insulaner, die eigentlich unser Kernpublikum sind, haben dann keine Zeit. Und es wird in der Zeit dann auch zu viel angeboten.<\/p>\n<p>WIR: Sie bieten Deutsch als Fremdsprache an. Sie sind eine Weltreisende. In Linz geboren und zur Schule gegangen, in England die Ferien verbracht, in London, Schottland und Mexiko studiert, in Afrika gelebt. Sie k\u00f6nnen sich vermutlich gut hineindenken, wie es ist, in der Fremde zu leben. Hilft Ihnen das?<\/p>\n<p>K.M.: Es hat mich geschult, mich in Mikrokosmen einzuleben. Dabei habe ich eine gewisse Technik entwickelt, mich nicht einverleiben zu lassen und mich auch nicht in die erste Reihe zu stellen. Ich engagiere mich f\u00fcr die Gesellschaft, ich bin interessiert an der Gesellschaft, wo immer ich auch bin. Auch schon als junger Mensch w\u00e4hrend meines Studiums und dann auch sehr explizit in Afrika. Und das versuche ich auch hier zu machen. Und trotzdem eine gewisse Privatsph\u00e4re und Anonymit\u00e4t zu wahren.<\/p>\n<p>WIR: Auch die aus dem Ausland Zugewanderten merken: Auf F\u00f6hr zu leben ist anders als in Kiel oder Hamburg. Wie lange haben Sie damals gebraucht, um hier anzukommen?<\/p>\n<p>K.M.: Wie gesagt, ich habe nicht lange gebraucht, weil ich eben diese Technik habe und auch keine Anspr\u00fcche an meine Umwelt stelle. Ich bin so gro\u00df geworden: Zuerst musst du geben und dann kommt auch viel zur\u00fcck.<\/p>\n<p>WIR: Bald ist Weihnachten. Wenn Sie sich etwas f\u00fcr die VHS F\u00f6hr aussuchen k\u00f6nnten, was aber aus finanziellen oder anderen Gr\u00fcnden nicht machbar ist, was w\u00e4re das?<\/p>\n<p>K.M.: Ich habe eigentlich keine W\u00fcnsche f\u00fcr die Volkshochschule, die mit Geld zu tun haben. Ich w\u00fcrde mir vor allem \u2013 vor allem dreimal unterstrichen \u2013 w\u00fcnschen, dass mehr Leute zu unseren Veranstaltungen kommen. Und dann brauche ich mir auch \u00fcber die Finanzen keine Sorgen mehr zu machen. Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass die Leute sich auf ihrem Smartphone \u2013 und jeder hat heute eins \u2013 sich einen Kurs aussuchen und das, was sie sich in der Emotion ausgesucht und vorgenommen haben, auch in die Tat umsetzen. Dass sie nicht so unverbindlich bleiben, sondern vielmehr die Arbeit des VHS-Teams mit Paula Petersen und mir mehr gesch\u00e4tzt wird. Ich bekomme zwar Respekt; ich wei\u00df, dass den Leuten das gef\u00e4llt. Das wird mir immer sehr deutlich gesagt. Aber dann auch wirklich zu erscheinen und zu sagen: Ich h\u00e4tte zwar woanders auch noch eine Einladung gehabt, aber ich gehe hin, weil ich wei\u00df, dass sie da ist. Dass sie vorher fegt, dass sie nachher fegt. Dass ich mich bem\u00fche, dass ich jeden begr\u00fc\u00dfe und jedem etwas mit auf den Weg gebe. Ich w\u00fcrde mir einfach mehr Leute w\u00fcnschen. Das ist mein ganzer Wunsch. Mehr w\u00fcnsche ich mir nicht.<\/p>\n<p>WIR: Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/wirinsulaner.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221119_160603x.jpg&#8220; _builder_version=&#8220;4.19.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; title_text=&#8220;20221119_160603x&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karima Meynk\u00f6hn beim Unterricht im Reedereigeb\u00e4ude\u00a0 Fotos: Andreas Hansen Exklusiv-Interview mit der Leiterin der VHS Insel F\u00f6hr: Karima Meynk\u00f6hn zu ihren Sorgen \u00fcber die Volkshochschule Andreas Hansen, Mitarbeiter von \u00bbWIR Insulaner\u00ab sprach mit Karima Meynk\u00f6hn. Leiterin der Volkshochschule auf F\u00f6hr, \u00fcber aktuelle Themen der VHS Insel F\u00f6hr. 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