Elke Schirner mit ihrem Buch, in dem die Fotos aller Agraffen-Stühlchen enthalten sind.
Eine Agraffe besteht aus einem Stahldraht, der in einer speziellen Art geformt und dann um den Flaschenhals gelegt wird. Man kennt sie, wenn man beispielsweise Sekt oder Champagner trinkt. Sie ist so konstruiert, dass sie leicht zu entfernen ist, wenn die Flasche geöffnet werden soll, aber fest genug sitzt, um den unter Druck zu halten. Eine dieser Agraffen hielt Elke Schirner, die teils in ihrem Elternhaus in Wyk und in Wiesbaden lebt, in einem Restaurant einmal in den Händen und bog sie auseinander. Sie spielte damit herum und bemerkte plötzlich, dass die von ihr bearbeitete Agraffe einem Stuhl ähnelt. Das war der Anfang von nunmehr 1.121 Agraffen-Stühlchen verschiedenster Formen und Ausstattungen, mit denen sich Elke Schirner beworben hat, ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen zu werden. Entstanden ist in diesem Rahmen die größte Ausstellung mit Agraffen-Stühlchen auf der ganzen Welt.
Alle Stühlchen sind vollkommen unterschiedlich, wurden in schlichten Stil gehalten oder mit Perlen und Samt versehen. Die Agraffen für ihre fantasievollen Kreationen erhielt Elke Schirner von Freunden und Bekannten, von Föhrer Gastronomen und selbst von »Henkel« in Wiesbaden sowie einem Unternehmen in Frankreich. Um ins Guinness-Buch der Rekorde zu gelangen, mussten alle 1.121 Agraffen mindestens fünf Minuten lang öffentlich in einem Raum gezeigt, protokolliert sowie fotografiert und gefilmt werden. Das geschah auf dem Weingut Kloster Eberbach im Rheingau. Unter anderem die Hessenschau, das ARD-Landesprogramm, die Wiesbadener Tageszeitung und RTL haben darüber berichtet. Alle Fotos von den Agraffen hat Elke Schirner in einem Kunstbuch zusammengefasst. Ob und wann es verlegt werden kann, steht noch nicht fest.
Drei Stunden bis drei Tage benötigte Elke Schirner, um aus einer Agraffe ein Stühlchen zu formen. Man kann sich also ausrechnen, wieviel Zeit die 82-Jährige für die 1.121 Stühlchen investierte. Damit ist jetzt aber erst einmal Schluss. Denn dafür hat sie keine Zeit, müssen doch für die Bewerbung um den Eintrag ins Rekordebuch alle Stühlchen bis aufs Detail beschrieben werden. Außerdem wird es mit den Agraffen-Stühlchen im Stuhlmuseum in Heidelberg im Frühjahr eine Ausstellung geben.