Sambagruppe und Schornsteinfeger kommen von Bord und werden sofort umlagert.
Kenknergruppen und viele Partys auf Föhr-Land und mit den DJs Ralli und Moritz eine ausgelassen Open-Air-Party auf dem rappelvollen Sandwall in Wyk, auf dem bereits tagsüber eine ausgelassene Stimmung herrschte: Auf der Insel wurde so richtig ins neue Jahr gefeiert. Und das ohne nennenswerte Einsätze von Feuerwehr, Polizei und ohne Böllerei.
Das Amt Föhr-Amrum hatte im März letzten Jahres auf Grundlage des Lärmschutzrechts des Landes Schleswig-Holstein durch Rechtsverordnung ein flächendeckendes Abbrennverbot für Feuerwerkskörper auf den Inseln Föhr und Amrum für die Silvesterzeit erlassen. Dieses wurde durch das Oberverwaltungsgericht in Schleswig mit Beschluss vom 9. Dezember nach einem Eilantrag wieder aufgehoben. Wonach das Amt eine Allgemeinverfügung aus der Schublade holte, nach der das Abbrennen von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 (Böller, Raketen und Batterien) in den meisten, sensiblen Bereichen der Insel bereits in den vergangenen Jahren verboten war. Diese wurde überarbeitet und verschärft. Auch hielten die Einzelhändler an ihrem versprochenen Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 konsequent fest.
Leise war es auf der Insel trotzdem nicht. Dafür sorgte allein schon die Flensburger Sambagruppe »Policia Do Samba«, die mit ihren heißen Rhythmen bereits am Vormittag die Feierlaune anheizte. Die Sambagruppe hatte auch diese Mal die Schornsteinfeger aus Nordfriesland begleitet, die seit 2009 auf die Insel kommen, um Glück fürs neue Jahr zu wünschen und dabei Geld fürs Wilhelminen-Hospiz in Niebüll zu sammeln. Wurde Silvester 2024 die 100.000 Euro-Marke geknackt, kamen jetzt noch einmal weitere 20.000 Euro hinzu.
20 Schornsteinfeger vom nordfriesischen Festland hatten sich Silvester 2025 auf den Weg nach Föhr gemacht und schon auf der Fähre zwei Hufeisen versteigert. Dabei waren außerdem Lea und Martin Jacobsen aus Bosbüll, zuständig für Wyk, und auch Jochen Wieck aus Wrixum mit seinem Azubi, die Ansprechpartner für Föhr-Land. »Aschi« Christiansen hatte sich die Aktion auch in seinem Ruhestand erneut nicht entgehen lassen.
Seit vielen Jahres gehört auch der Silvesterlauf des Lauftreffs des Wyker Turnerbunds (WTB) zum Föhrer Jahreswechsel. Dieses Mal wurde nicht wie immer am »Aquaföhr« gestartet, weil dort geschlossen war, sondern am Wyker Kurgartensaal auf dem Sandwall. Und das mit einer hohen Beteiligung von 206 Teilnehmerinnen und Teilnehmern traditionell in den kreativsten Kostümen. Auf einem Rundkurs von fünf Kilometern ging es dann entspannt durch die Stadt, denn nicht sportliche Leistungen, sondern der Spaß an der Sache steht hier im Vordergrund.
Nach vielen Jahren war es das letzte Mal, dass der Silvesterlauf vom WTB-Lauftreff organisiert worden war. Das erklärte Mariann Clausen, die »Mutter« des Lauftreffs, gegenüber »WIR Insulaner«. Sie sei nun 82 Jahre alte und mache das schon so lange, erklärte sie. Nun könnten das einmal andere übernehmen.
Der Sprung in die kalten Fluten der Nordsee, mit dem das neue Jahr seit 1997 auf Föhr erfrischend beginnt, fiel wetterbedingt aus. Und zwar aufgrund des angekündigten Sturmtiefs und der damit verbundenen Sicherheitsrisiken, wie begründet worden war.