Geeske Christiansen hat das Geschäft zum 1. November letzten Jahres von ihrer Mutter Anja Hückstädt übernommen.
Damals als Kolonialwarenhandel gegründet, befindet sich der Frischemarkt Hückstädt in Nieblum seit nunmehr 1898 in Familienbesitz. Immer wieder – von Generation zu Generation – wurden Sortiment und Warenpräsentation weiterentwickelt und den jeweiligen zeitgemäßen Bedürfnissen angepasst. Zum 1. November letzten Jahres fand ein erneuter Generationswechsel statt, übernahm Geeske Christiansen den Frischemarkt von ihrer Mutter Anja Hückstädt und stellte die Weichen jetzt ihrerseits auf Zukunft. Und das nicht nur durch den Austausch der 64 Jahre alten Schaufensterfront durch eine komplett neue und eine moderne, vollautomatische Eingangstür. Unter hohem technischem Aufwand wurde das persönliche Einkaufserlebnis zu den normalen Öffnungszeiten mit dem automatisierten Selbstbedienungseinkauf (SB) eines Hybridmarkts kombiniert. Also einkaufen, wenn eigentlich geschlossen ist.
Alle können einmal ausprobieren, wie das automatisierte Einkaufen funktioniert. Und das am Sonnabend, 21. März, von 15 bis 19 Uhr. Dann ist offizieller Start für das hybride Einkaufen, lädt Geeske Christiansen zu einem »Tag der offenen Tür« ein – bei Bratwurst, Bier und Softgetränken. Vorgestellt wird in diesem Rahmen nicht nur das neue Einkaufssystem, sondern ebenfalls die Geschäftsübernahme der 26-Jährigen gefeiert.
»Die Flexibiltät eines Hybridmarkts hat gleich zwei Vorteile«, erklärt Geeske Christiansen. Zum einen würde er ihr überhaupt erst ermöglichen, den Frischemarkt mit kleiner Personaldecke auch weiterhin erfolgreich führen zu können. Zum anderen biete er den Kunden einen erheblichen Service – wenn sie beispielsweise etwas vergessen hätten, wenn sie spät vom Strand kommen oder die Insel mit der Fähre erst spät erreichen würden.
Geöffnet hat der Frischemarkt Hückstädt in der Woche von 8 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr sowie am Sonnabend von 8 bis 13 Uhr, wobei bis Ostern am Mittwochnachmittag noch geschlossen ist. Zu den erweiterten Öffnungszeiten immer von 6 bis 8, in der Mittagspause von 13 bis 15, abends von 18 bis 23 Uhr sowie sonntags von 6 bis 23 Uhr, steht den Kundinnen und Kunden der SB-Markt zur Verfügung: Mit neuen Trends im Sortiment – auch vegetarisch und vegan. Den Frischetresen gibt es nicht mehr. Die bekannten, selbstgemachten Fischspezialitäten wie Bratheringe, Räucherfisch und Graved Lachs sind aber immer noch zu haben.
Den Eintritt erlangt man mit dem Personalausweis oder dem Führerschein, und dies im Alter ab 18 Jahren. »Spirituosen und Tabakwaren kann man zu den SB-Zeiten nicht bekommen – und Bier und Wein sind schon ab 16 erhältlich, aber wir wollten keine Risiken eingehen, weshalb wir die Altersgrenze nach oben gesetzt haben«, erklärt Geeske Christiansen. Gescannt wird die Ware über den QR-Code und dann an der Kasse mit der EC-Karte bezahlt. Alles läuft nicht nur auf Vertrauensbasis. Über installierte Kameras und einen KI-unterstützten Server wird geprüft, ob die eingepackte Ware mit der gescannten an der Kasse übereinstimmt. Wenn nicht, erfolgt über die App der Geschäftsinhaberin eine Warnmeldung, woraufhin sie reagieren kann.
Während ihres Abiturs und danach hatte Geeske Christiansen schon immer im Geschäft ihrer Mutter ausgeholfen und später bei »Edeka Knudsen« Einzelhandelskauffrau gelernt. Doch sie hatte noch etwas anderes vor und machte unter anderem eine Umschulung zur Rettungssanitäterin. Und in diesem Beruf arbeitet sie heute noch, nimmt im Rettungsdienst eine halbe Stelle ein. Und das solle auch so bleiben, so lange sie spüre, dass sie beiden Sachen gerecht werden könne, erklärt sie.
Ganz neue Schaufensterfront mit automatischer Eingangstür