Am Stand vom Paritätische Haus Schöneberg konnte man ausprobieren, wie ein Schwerstbehinderter mit einem Lifter aus der Pflegewanne in den Rollstuhl gehoben wird.
Gemeinsam organisiert von Beate Sachs und Erik Martensen von der Föhr-Amrumer Bank sowie den beiden Lehrkräften Dorota Scherer und Daniel Brauer, fand in der Aula der Eilun Feer Skuul nunmehr zum neunten Mal der Tag des Berufs statt. Vom Handwerk bis hin zu den Bereichen Dienstleitung und Soziales wurden von 30 Betrieben, Firmen und Einrichtungen die jeweiligen Ausbildungsberufe vorgestellt. »Wo sonst kann man vielen Schülerinnen und Schülern in Gesprächen so nah kommen, um ihnen bei der Ausbildungs- und Studiensuche beratend zur Seite zu stehen«, so Beate Sachs, die sich über den erneuten Erfolg dieses Angebots sehr freute. Dabei waren auch die Polizei, die Agentur für Arbeit und die Kreishandwerkerschaft.
Ungefähr 120 Jugendliche der 8. bis 11. Klassen hatten die Gelegenheit zu entdecken, welche spannenden Karrierewege sie nach der Schule einschlagen könnten. Und das in zwei Gruppen, da der Unterricht auch an diesem Tag weiterlief. Jede Gruppe wurde von Schuldirektor Ingo Langhans begrüßt und motiviert, das Informationsangebot anzunehmen. Und das taten die Schülerinnen und Schüler sowie einige Eltern auch. Die Resonanz auf die einzelnen Infostände war immer sehr groß. Auf großes Interesse stieß ebenfalls der Rettungswagen, mit dem der Rettungsdienst draußen vertreten war.
Die Vorstellung der Berufe erfolgte nicht nur auf theoretischer Basis. Konnte beim Tischler ein Nagel mit einem Hammer in einen Balken geschlagen und beim Maler einmal ein Pinsel mit Farbe gehändelt werden, zog das Care Table vom Johanniter-Haus Wyk auf Föhr die Schülerinnen und Schüler magisch an. Denn die Bewohnerinnen und Bewohner in dem Seniorenzentrum können über diese Technik nicht nur Zeitung lesen und die Mediathek von ARD und ZDF aufrufen, sondern virtuell Klavier spielen, Malen und beispielsweise »Mensch ärgere nicht« und Schach spielen. Sogar ein Quiz könne veranstaltet werden mit dem digitalen Aktivitätstisch, der eine große Hilfe in der täglichen Arbeit bedeute, erklärte Beschäftigungsassistentin Marie Hinrichsen.
Außer vielleicht in der Lagerlogistik, werden beim Baustoffhandel C.G. Christiansen und für den »Hagebaumarkt« zurzeit keine Auszubildenden gesucht. Am Tag des Berufs war Torben Jacobs, Standortleiter Fachhandel, trotzdem mit einem Team vertreten, um die Berufe in diesem Unternehmen vorzustellen. »Nachwuchsarbeit sei immer wichtig, zumal in allen Bereichen die Möglichkeit eines Praktikums besteht«, berichtete er – ob in den kaufmännischen Berufen, als Lagerist oder Einzelhandelskaufmann und im Großhandelsmanagement. Praktika werden ebenfalls immer im Handwerk angeboten und auch vom Praktikumsverbund Gesundheit und Soziales, zu dem sich der AWO-Kindergarten, »Ambulantes Pflegeteam«, das Klinikum Nordfriesland und das Paritätische Haus Schöneberg zusammengeschlossen haben. Bei den »Schönebergern« konnten die jungen Leute einmal ausprobieren, wie ein Schwerstbehinderter mittels eines Lifters aus einer Pflegewanne in einen Rollstuhl gehoben wird. Wer wollte, konnte sich danach am Stand des Klinikums Nordfriesland einen Arm eingipsen lassen.
Komplettiert wurden die Informationsangebote durch verschiedene Vorträge – von der Agentur für Arbeit, der Landespolizei, dem Paritätischen Haus Schöneberg, dem Johanniter-Haus und über Auslandsreisen im Rahmen von »Work and Travel«. Auf den nächsten Tag des Berufs muss man nun bis 2027 warten, da er im Zweijahres-Rhythmus stattfindet.