Wie man sie kennt: Conny Prasser im Fenster des ehemaligen Kinderzimmers.
Das war so besonders, dass damals sogar Fernsehsender darüber berichten wollten. In einem Haus in Süderende wurden aus dem Fenster eines Kinderzimmers heraus Brötchen, Marmelade und Eier verkauft. Es war »Conny´s kleiner Dorfladen«, um den es dabei ging. Und dieser kleine Laden wurde von Conny Prasser nach einer wechselvollen Geschichte am 30. März nun wieder geöffnet.
Conny Prasser aus Süderende liebt Handarbeiten und das Akkordeonspielen. Sie ist eine Frau, die eigentlich immer gern etwas um die Ohren hat. Als ihre Mädchen herangewachsen waren und ein Kinderzimmer in ihrem Haus und dem ihres Mannes in Süderende 73 nicht mehr benötigt wurde, hatte sie eine Idee. Aus dem Fenster heraus begann sie am 1. April 2010 damit, Brötchen und alles rund ums Frühstück zu verkaufen. Das war so etwas Außergewöhnliches, dass sogar einige Fernsehsender darauf aufmerksam wurden und über »Conny´s kleinen Dorfladen« berichteten. Es folgte eine wechselvolle Geschichte. Nachdem sich Conny Prasser zuerst das rechte und dann das linke Bein gebrochen hatte, ist sie zwar immer noch auf den Rollator angewiesen. »Aber es geht jetzt wieder«, sagte sie sich und machte weiter. Auch »Conny´s kleiner Dorfladen« ist seit dem 30. März wieder geöffnet.
Ihren kleinen Laden hatte Conny Prasser in Süderende anfänglich von 2010 bis 2016. Von 2016 bis 2018 führte sie ihn dann mit einem etwas erweiterten Sortiment in Oldsum weiter. Danach zog sie sich zurück, um den »kleinen Dorfladen« an alter Stelle 2020 wiederzueröffnen. Und brach sich kurz danach das linke Bein. Als sie von Mitte bis Ende Juni 2023 in einem Föhrer Supermarkt arbeitete – was ihr sehr viel Spaß machte, wie sie erzählt -, will sie nach Hause, stolperte über eine Stufe und brach sich das andere Bein. Unter anderem vor Langeweile begann sie dann damit, zu Hause Stofftiere für ihre Enkelkinder anzufertigen. »Bloß keine Stofftiere mehr, die Betten sind voll«, klagten ihre zwei Töchter. Weshalb Conny Prasser ihre Stofftiere anschließend auf dem Montagsmarkt um Utersumer Taarepshüs und in der kleinen Hütte am Kurpark verkaufte.
»Eigentlich hatten mein Mann und ich uns überlegt, einen Verkaufswagen für den Fischmarkt und den Oevenumer Dorfmarkt anzuschaffen«, sagt Conny Prasser. Doch die Anschaffungskosten seien sehr hoch gewesen, weshalb man sich dazu entschlossen habe, das Geld lieber wieder in den Dorfladen zu investieren. Hier gibt es nun an jedem Morgen wieder frische Brötchen vom »Landbäcker« in Borgsum, Brot auf Bestellung, hausgemachte Marmeladen von Bauernhof Nielsen, Buttermilch sowie frische Eier vom Gemüsehof Arfsten. Selbstverständlich befinden sich ebenfalls die Stofftiere und die von Conny Prasser handgefertigten Chunky-Taschen im Angebot. Nachmittags ist – wie früher – nicht mehr geöffnet. Dann widmet sich Conny Prasser ihren Enkelkindern.
Die Öffnungszeiten sind bis Ende Oktober Montag bis Sonnabend von 6.30 bis 10.30 und Sonntag von 7.30 bis 10.30 Uhr.
Conny Prasser mit ihren Stofftieren und Chunky-Tasche