Hans-Otto Buth mit seinem Sohn Lars-Ole, einer der Sprecher des Fischmarkts

Der Vorläufer war ein eher erfolgloser Versuch, 1986 eine Art von Fischmarkt sonnabends auf dem Wyker Rathausplatz zu etablieren. Die Idee, den Markt an den Wyker Binnenhafen zu verlegen und immer sonntags zu veranstalten, kam dann auf Anregung des Handels- und Gewerbevereins sowie unter Mithilfe des damaligen Ordnungsamtsleiters Harald Niebuhr zustande. Der Fischmarkt wurde neugegründet und Pfingsten 1987 Premiere gefeiert. Seitdem ist an der Ostkaje des Hafens sonntags immer Fischmarkt in Wyk auf Föhr – heutzutage eine Woche vor Ostern bis Mitte Oktober jeweils 11 bis 15 Uhr.

Die Gründungsmitglieder waren Schlachtermeister Hans-Otto Buth, der mit Bratwurst, Schaschlik und Erbsensuppe vertreten war, Gerhard »Gerdi« Klatt mit seinen beliebten Heringen aus der Pfanne, Rolf Dallmann mit Bier vom Fass und anderen kalten Getränken, Henning Krumbiegel mit unter anderem Fischerhemden und Dieter Sylle. Vier der Gründungsmitglieder sind bereits verstorben oder weggezogen und Hans-Otto Buth hat seinen Betrieb an seinen Sohn Lars-Ole weitergegeben. Von Anfang an und noch immer dabei ist aber Waltraud Dallmann, die Frau von Rolf Dallmann, die auch mit ihren 85 Jahren Sonntag für Sonntag auf dem Bierwagen steht, der inzwischen von ihrem Sohn Christian »Butze« Dallmann betrieben wird.
»Gleich zu Beginn wurde der Fischmarkt am Hafen gut angenommen und gab es eine gute Zusammenarbeit mit der Kurverwaltung sowie dem Ordnungs- und Hafenamt«, so Hans-Otto Buth. Und das sei bis heute so. Nach seinen Erinnerungen ist der Fischmarkt nach seiner Gründung schnell gewachsen. Wurden, um auch Marktbetreiber vom Festland zu gewinnen, von Harald Niebuhr vier Holzbuden für sie in Auftrag gegeben und hat man diesbezüglich eng mit der Schaustellerfamilie Hansen in Heide zusammengearbeitet. 40 bis 50 Stände sind es schließlich gewesen, darunter Stände mit Obst- und Gemüse, mediterranen Köstlichkeiten und auch Wolle und Produkte daraus. Horst Wolfhagen gehörte mit seiner Schinkenverlosung ebenfalls zu den Fischmarkt-Attraktionen.

»Doch wie das so ist, unterliegt auch ein Fischmarktangebot dem Wandel der Zeit, fällt einiges weg und kommt Neues hinzu«, erklärt Hans-Otto Buth. Als die Supermärkte sonntags öffneten, habe das beispielsweise Auswirkungen auf die Obst- und Gemüsestände gehabt. Heute besteht der Fischmarkt aus 30 Ständen – mit einer noch immer noch bunten Vielfalt aus Kunst und diversen Waren, aus Essen und Trinken. Fehlen darf das kühle Bier und eine Bratwurst ebenso wenig wie das Fischbrötchen. Was nach wie vor viele Besucher vom Festland und der Nachbarinsel Amrum anlockt. »Denn neben dem Wellenband ist der Fischmarkt die zweite Attraktion auf Föhr«, wie Harald Niebuhr laut Hans Otto Buth zu damaligen Zeiten einmal sagte.
Als sein Vater Karl-Heinz Buth noch nicht daran dachte, die Schlachterei abzugeben, kaufte Hans-Otto Buth im Alter von 29 Jahren zuerst die Wrixumer Mühle und betrieb das darin befindliche Restaurant. Das machte er auch weiter, als er dann 1980 den väterlichen Betrieb übernahm und sofort einen Mittagstisch und Catering einführte. »Viele haben mich damals dafür ausgelacht«, erzählt er. Doch als das Schlachten 1998 eingestellt wurde, der Betrieb abgerissen und neugebaut worden war, wurde das Catering sogar weiter ausgebaut. Neben Mittagstisch und Fischmarkt gab es Bewirtungen in Hannover, fuhr man zum Ochsengrillen nach Hannover und machte das Catering auf der »Pidder Lyng« bei der Kieler Woche. 2020 übergab Hans-Otto Buth den Betrieb mit Mittagstisch, Partyservice und den nach allen Seiten offenen, vier Meter langen Verkaufswagen für Essen und Getränke an seinen Sohn Lars-Ole weiter.
In loser Reihenfolge stellen wir in den nächsten Ausgaben weitere Fischmarktbetreiber vor

Gründungsmitglied Hans-Otto Buth mit Waltraud Dallmann, die Frau von Rolf Dallmann, die von Anfang an und immer noch dabei ist.