Dr. Constanze Köster von der Fielmann Group AG (li.) und Museumsleiterin Julia Sophie Kreetz mit historischen Aufnahmen.

Schon einige Male wurde das Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum von der Fielmann-Museumsförderung unterstützt. Jetzt gab es wieder eine bedeutende Schenkung. Dr. Constanze Köster von der Fielmann Group AG überreichte dem Museum Glasplattennegative mit Ansichten des Seebads Wyk und der Insel Föhr aus den 1920er und 1930er Jahren. Die historischen Aufnahmen stammen von dem Fotografen und Verleger Hans Julius Simonsen (1878-1943). Am Pfingstsonntag – ab 16 Uhr – präsentiert das Museum eine kleine Pop-Up-Ausstellung mit einer Auswahl der Aufnahmen. In diesem Rahmen findet vor der Scheune im Rosengarten unter dem Motto »Fahrt ins Blaue« eine Modenschau statt. Die Föhrer Modegeschäfte »Onerbrek«, »Studio Sintje« und »vonlele« zeigen sommerliche Outfits für Strand und Meer. Mit einer Auswahl an Weinen und herzhaften Kleinigkeiten rundet »Namine´s Deli« den Nachmittag kulinarisch ab.

Das Friesen-Museum verfügt über ein Fotoarchiv mit rund 8.000 historischen Fotografien, die zum größten Teil digitalisiert sind. Die 92 Glasnegative im Format 10 x 15 cm, die eine hohe Auflösung besitzen und den Bestand ergänzen, erwarb die Fielmann-Museumsförderung von den Erben. Und ließ allesamt bereits digitalisieren. Ein hochwertiger Scan eines solchen Negativs erreicht eine Bildqualität, die häufig der Auflösung moderner Digitalkameras von über 20 Megapixeln entspricht. Die Aufnahmen aus den 1920er und 1930er Jahren schließen eine wichtige Lücke, da aus diesen Jahrzehnten bislang nur wenige Bilddokumente im Archiv des Friesen-Museums vorhanden waren. Die Motive zeigen in Wyk Szenen vom Strandleben mit Kindern beim Sandburgenbauen oder mit kleinen Segeljollen, die Strandpromenade mit Musikpavillon und Hotels, den Hafen mit der Mittelbrücke und Einrichtungen wie Dr. Gmelins Nordsee-Sanatorium, das Haus Nordmark und das Kinderkurheim Haus Schöneberger. Auf weiteren Aufnahmen sind unter anderem die Wyker Mühle, die Kirche in Nieblum, Witts Gasthof und andere Häuser und Cafés im Ort, Dorfstraßen der Inseldörfer, das Goting-Kliff, der Strand von Nieblum und das Ernst-Schlee-Schullandheim zu sehen. Der Fotograf und Verleger Julius Simonsen wurde im schleswig-holsteinischen Süderbrarup im Landstrich Angeln als Sohn eines Schlachtermeisters geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung kam er im Alter von 20 Jahren nach Oldenburg in Holstein und arbeitete dort beim Fotografenmeister Christensen, dessen Atelier er 1899 übernahm. Als der Tourismus an Nord- und Ostsee Aufschwung bekam, erkannte er früh das Potenzial von Ansichtspostkarten. Während des Ersten Weltkriegs brach das Geschäft des Kunstverlags Julius Simonsen ein. Erst Mitte der 1920er Jahre erholte sich das Unternehmen langsam. Neben norddeutschen Motiven entstanden nun auch Ansichtskarten aus anderen touristischen Regionen wie dem Schwarzwald, dem Harz und Thüringen.