Karl-Erich Brodersen ist der richtige Name von Holzschuh-Kalle.

In diesem Jahr kann der Fischmarkt in Wyk auf Föhr auf sein 40-jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlass stellen wir in »WIR Insulaner« in loser Reihenfolge einige Marktbeschicker vor, die von Anfang oder auch schon lange dabei sind: In dieser Ausgabe ist es Karl-Erich Brodersen. Besser bekannt als Holzschuh-Kalle. Holzschuhe verkauft er schon länger nicht mehr, aber seinen Spitznamen hat er bis heute behalten.

Zuerst wurde auf dem Rathausplatz in Wyk versucht, so eine Art von Fischmarkt zu veranstalten. Doch dieser Versuch scheiterte. Weshalb Pfingsten 1987 an der Ostkaje des Binnenhafens die Idee weiterverfolgt und -entwickelt wurde. Und das mit großem Erfolg. Seitdem ist sonntags immer Fischmarkt in Wyk auf Föhr. Und das seit nunmehr 40 Jahren, weshalb wir in »WIR Insulaner« anlässlich dieses Bestehens einige der langjährigen Marktbeschickter vorstellen möchten. Neben den fünf Gründungsmitgliedern von der Insel ist auch Karl-Erich Brodersen aus Leck von Anfang an dabei. Er war der erste Standbetreiber vom Festland – und wird von allen heute nur noch Holzschuh-Kalle genannt.

Eigentlich ist Karl-Erich Brodersen ein Schaufenstergestalter. Gelernt und gearbeitet hat er bei Meinert Holst, der Textilläden in Niebüll, Leck und Wyk auf Föhr betrieb. Nach der Bundeswehrzeit war er später angestellt bei »Karstadt« in Husum und im »Spielzeugparadies« in Leck. Und wurde darauf aufmerksam, dass irgendwo ein Markt angekündigt worden war. So hatte er den Gedanken, dort Schlüsselanhänger aus Leder und mit Prägemustern zu verkaufen. Zu den Holzschuhen kam er, als ein bekannter Holzschuh-Laden für immer schloss und er den Restbestand erwerben konnte.
Der erste Markt war für Karl-Erich Brodersen ein so großer Erfolg, dass er bei Produzenten in Dänemark haufenweise Holzschuhe nachkaufen musste. Und schnell hatte er seinen Namen weg. Da kommt der Holzschuh-Kerl vom Festland, wurde auf Föhr anfangs gesagt. »Als man erfuhr, dass ich Karl-Erich heiße, wurde schließlich Holzschuh-Kalle daraus«, erzählt Brodersen. Und das ist er bis heute geblieben, obwohl er gar keine Holzschuhe mehr verkauft. »Nach 25 Jahren war Schluss mit der Nachfrage. Da wollte keiner mehr Holzschuhe haben«, erklärt er.
Heute verkauft Holzschuh-Kalle Frühstückbretter mit den unterschiedlichsten Motiven, in die er mit einem Brennstab Namen, Glückwünsche und alles Machbare einbrennt, was gewünscht wird. Und auch seine Rindenbretter mit witzigen Sprüchen sind richtige Verkaufsschlager. Wie auch die Jakobsleiter oder Klapperschlange, ein klapperndes Holzspielzeug, mit dem viele Figuren möglich sind. Dafür hat Holzschuh-Kalle als Anleitung eine Geschichte in Versform geschrieben.
Neben dem Fischmarkt ist Karl-Erich Brodersen auf dieser Insel, auf der auch seine drei Kinder geboren wurden und groß geworden sind, zu den Piratentagen, auf Straßenfesten und anderen Veranstaltungen unterwegs. In einem prächtige Piraten-Outfit dreht er dann Seile an einer kleinen Reepschlägerbahn. Und das alles will der 67-Jährige so lange machen, bis er das gesundheitlich noch kann. Wenn sich Karl-Erich Brodersen einmal zur Ruhe setzt, wird das allerdings nicht auf der Insel, sondern in seinem Elternhaus in Leck sein.

Karl-Erich Brodersen am Plakat, auf dem er in seinem Piraten-Outfit zu sehen ist.