Dierk und Petra Clausen im Twin-Kart mit Sohn Malte (re.) und ihrem Neffen Kai.

»Tag der offenen Tür« mit buntem Programm am 10. Juli:

Kartbahn »FöhrRing«
feiert Jubiläum

Zehn Jahr lang waren Petra und Dierk Clausen selbstständig in der Vermittlung von Ferienunterkünften tätig. Und wollten dann aus verschiedenen Gründen wieder etwas anderes machen. Aber was? Vielleicht in die alten Berufe als Maschinenbauer oder Physiotherapeutin zurückkehren? Oder auf Föhr eine Kartbahn eröffnen, wie sie sie auf einem Ausflug mit ihren Kindern im Schleswiger Gewerbegebiet gesehen hatten und begeistert davon waren?

Das wär´s doch, eine Kartbahn auch auf der Insel. Das war die Idee, die sie fortan hartnäckig verfolgten. Nach dem Start für die Planung im Jahr 2011 sollten aber noch fünfeinhalb harte Jahre mit Zustimmung und Kritik sowie beispielsweise vielen richtig teuren Gutachten vergehen, bis es endlich soweit war: Auf der Wiese gleich gegenüber der Jugendherberge – am Fehrstieg 100 in Wyk – konnte am 9. Juli 2016 mit anfänglich zehn Einzel-E-Karts und einem Twin endlich Gas gegeben werden. Am Freitag, 10. Juli, wird das zehnjährige Bestehen des »FöhrRing« nun im Rahmen eines »Tags der offenen Tür« von 11 bis 19 Uhr groß gefeiert. Am 10. Juli wird es keinen Fahrbetrieb geben. Dafür aber ein buntes Programm mit Bierstand und Wurst vom Grill, Hintergrundmusik und für die Kinder eine Hüpfburg und Einmaltattoos. Rieke Clausen, die Tochter des Hauses, reist aus ihrer Wahlheimat Schweden an, um ihr neuestes und mittlerweile siebtes Buch »Full Speed Disaster« vorzustellen und zu signieren. Wie der Titel bereits vermuten lässt, geht es in diesem Buch passenderweise um Rennfahrer – aber auch um Heavy Metal.

»Warum nicht?«, hieß es damals. Wie sich Petra und Dierk Clausen noch gut erinnern können, hätten sich der damalige Bürgermeister und Entscheidungsträger vom Bauamt eine Kartbahn in Wyk gut vorstellen können. Und habe es für die Wiese bereits ein Sondernutzungsrecht für Wohnmobile gegeben, ein Vorhaben, was derzeit aber nicht weiter verfolgt worden sei. So ging es Schritt für Schritt weiter. Der Hersteller »RiMO Germany« war mit zwei Karts extra auf die Insel gekommen, damit sie von den Stadtvertreterinnen und Stadtvertretern auf dem Gelände neben den Fähranlegern ausprobiert werden konnten. Und damit sie hören, wie laut sie sind. »Eine Messung durch den ebenfalls anwesenden Schallschutz Nord war aber nicht möglich, da die Fähren lauter waren als die Karts«, so das Ehepaar, das schließlich einen städtebaulichen Vertrag in den Händen halten konnte. Reibungslos verlief es danach dennoch nicht. Initiiert worden war ein Bürgerbegehren gegen die Kartbahn. Der Knackpunkt bei aller Kritik: Immer der Standort. Nach einer letzten, gut besuchten Sitzung der Stadtvertretung dann endlich grünes Licht. Im Dezember 2015 konnte es losgehen.

In Eigenregie wurde die Auffahrt ausgebaggert, im Februar die Solplatte fürs Gebäude geschüttet und schließlich die Vorarbeiten für die Bahn geleistet. Vom »Wyker Tiefbau« wurde sie nachgearbeitet und von einer Firma vom Festland asphaltiert. Bis auf die Elektrik- und Sanitärarbeiten, für die Föhrer Firmen beauftragt wurden, hat man sonst alles selbst gemacht. Noch einen Tag vor der Eröffnung sind Petra und Dierk Clausen auf Knien gerutscht und haben im Gebäude den Fußboden verlegt. Nach schwierigem Anlauf mit vielen Stolpersteinen wurde aus der Kartbahn sofort eine richtige Erfolgsgeschichte. Bereits 2019 kam ein E-Kart und ein Doppelsitzer dazu, sodass man jetzt über zwölf Einzelkarts und zwei Twins verfügt.

Von Anfang an ist der Neffe des Betreiberehepaars, Kai Clausen, dabei. Und vorletztes Jahr auch Sohn Malte Clausen eingestiegen. »Mit unseren treuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind wir eine richtige Familie«, betont Petra Clausen – und pflege auch mit den Kunden einen sehr persönlichen Kontakt. Gruppen können die Kartbahn für eine oder mehrere Stunden mieten. Auch Firmenevents mit Rennen und Siegerehrung sind möglich. Dafür werden alle Speisen nach wie vor immer noch selbst in eigenem Haus zubereitet – auch die Salate zum Grillen.