Das war 2018: Rotarier Stefan Peetz mit einem Monopoly-Spiel, das die Stadt Freiberg in Sachsen zu ihrem 850. Stadtjubiläum herausgegeben hatte. Und das er als Beispiel vorlegte.

»Monopoly Föhr« – eine Erfolgsgeschichte:

27.000 Euro für viele Inselprojekte

Vor etwa acht Jahren begann eine Erfolgsgeschichte. Die Firma Winning Moves als deutscher Lizenzgeber von »Monoply« wollte kein weiteres Mal das bekannte »Föhr Monoploy« auflegen und meinte stattdessen zu Stefan Peetz vom Spielwarengeschäft »Schaukelpferd« in der Großen Straße in Wyk: »Warum machst Du das nicht selbst?« Eine Idee, die der Geschäftsmann aufgriff, Mitstreiter und vor allen Dingen nach Sponsoren suchte, um dieses Projekt zu realisieren. Denn schließlich musste eine hohe Lizenzgebühr aufgebracht werden – und sollte das Projekt »Monopoly Föhr« auch noch dem guten Zweck dienen. Nach vielen Gesprächen im Rotary Club Wyk auf Föhr und mit erfahrenen »Monopoly«-Machern, Berichten unter anderem in »WIR Insulaner« und einer Informationsveranstaltung im Saal des Museums Kunst der Westküste fiel die Entscheidung: Ja, es geht los. Und die Bilanz: Die unglaubliche Summe von 27.000 Euro an Sponsorenerlösen wurde generiert und von den Rotarieren ohne Verwaltungskosten eins zu eins an Projekte auf der Insel weitergegeben.
Am Anfang schien Stefan Peetz das unmöglich: Die Lizenzgebühren waren von ihm nicht allein zu stemmen gewesen. Und welche Straßen sollten auf das Spielbrett, wer macht Fotos und das Layout? Zwar verkauft er Spiele, wusste aber überhaupt nicht, wie man ein Spiel macht. Doch dann wurden Sponsoren akquiriert, die eine Straße oder eine Ereignis- beziehungsweise Gemeinschaftskarte kaufen wollten. Und dank der Fürsprache von »Aschi« Christiansen aus Oevenum, der leider kürzlich verstorben ist, machten fast alle Gemeinden auf der Insel mit und kauften eine Straßenkarte. Damit war sichergestellt, dass die Insel in dem Spiel als Gesamtes abgebildet wurde, was wiederum andere Sponsoren dazu bewogen hat mitzumachen.
Außerdem ist dieses Spiel die erste zweisprachige »Monopoly«-Ausgabe in Deutschland: Auf Deutsch und Fering. Die Übersetzung erfolgte durch die Oberstufe der Eilun Feer Skuul. »Eine großartige Unterstützung«, wofür sich Stefan Peetz auch jetzt noch sehr bedankt.
Jetzt neigt sich der Spielebestand dem Ende entgegen, was Peetz zum Anlass nimmt für einen Überblick. Von den 4.000 Spielen haben die Sponsoren etwa 1.600 zum Einkaufspreis erworben, auf eigene Rechnung weiterverkauft und damit einen Teil ihres Sponsorings refinanziert. Vom »Schaukelpferd« wurde ungefähr 100 Spiele für alle möglichen Veranstaltungen und Tombolas gespendet. Die Empfänger der von den Rotarieren weitergereichten Sponsorengelder sind: Eilun Feer Skuul für das Terrarium und zur Herrichtung des Schulgartens in der Kleingartenkolonie, die Grundschule Föhr-Land zur Anschaffung von E-Book-Readern, der Wyker Yachtclub zur Instandsetzung des Jugendkutters, das Amt Föhr-Amrum für den Kapitänsgarten in Oldsum, der Verein Nordseekurpark, der BUND Föhr für das Projekt Blütenmeer, der WTB für die Hockeysparte, der FSV für ein Vereinsfahrzeug, die Hochwasserkatastrophenhilfe Ahrtal, die Flüchtlingshilfe Föhr-Amrum für ukrainische Flüchtlinge, der Kunstrasenplatz für Ausbesserungsarbeiten, die Jugendfeuerwehren der Insel, der Schulgarten für die Ausstattung, das Museum Kunst der Westküste für das Schulprojekt Kunst und die Musikschule für die Tschechienreise. Das letzte Projekt ist noch nicht abgeschlossen. Es soll eine Spielebene im AWO-Kinderharten gebaut werden. Dazu fehlen noch Genehmigungen.