Das Bauprojekt »am Kortdeelsweg«: In gut einem Jahr sind hier 46 Dauerwohnungen bezugsfertig Foto: Stadt Wyk Andreas Hansen
Mit Macht strahlte die Sonne von oben. Und dazu auch die Gesichter und Gemüter der anwesenden Gäste zu diesem feierlichen Anlass: Mit der Grundsteinlegung für das Bauprojekt »am Kortdeelsweg« ist ein wichtiger Meilenstein zur Schaffung des so sehr benötigten Dauerwohnraums vollzogen worden.
Knapp fünf Jahre hatten die Verantwortlichen der Kommunen auf Föhr und Amrum seit der Gründung der Wohnungsbaugenossenschaft Föhr-Amrum eG (WoeG) am 1. September 2021 auf diesen Tag hingearbeitet. Zuvor hatten sie erkannt, dass es unumgänglich sei, die Realisierung von bezahlbarem Wohnen auf den Inseln selbst in die Hand zu nehmen.
Im Sinne der Wohnungsbaugenossenschaft wird hier ein dauerhaftes Wohnangebot geschaffen. 46 Wohneinheiten mit unterschiedlichen Grundrissen von 49,6 bis 88,4 Quadratmetern in vier Häusern werden in den kommenden zwölf Monaten auf einem Erbpachtgrundstück der Stadt Wyk entstehen. Effizient, nachhaltig, vielfältig, modular. Bauen mit hoher Vorfertigung für günstige Gebäude in guter Qualität, heißt es in der Pressemitteilung.
Die Baukosten betragen rund zwölf Millionen Euro. Durch den Kauf von Anteilen an der Wohnungsbaugenossenschaft in Höhe von 4,6 Millionen Euro hat die Stadt Wyk einen nicht unerheblichen Beitrag zur Finanzierung dieses Projekts beigetragen. Nun sorgen regionale Unternehmen von Föhr, aus dem Kreis Nordfriesland und dem Kreis Dithmarschen sowie eine regionale Finanzierung dafür, dass vier massiv gebaute Gebäude im höchsten Energiestandard KfW 40 entstehen. Entsprechend werden sehr günstige Heiz- und (dem Mieterstrom sei Dank) Stromkosten einen Teil zum günstigen Wohnen beisteuern. Grundsätzlich konnten viele Kriterien in Richtung serielles Bauen erfüllt werden (Schnittanteile, gleichmäßige Balkone) um einen günstigen Mietwohnungsbau möglich zu machen.
Dass das Bauprojekt »am Kortdeelsweg« kein isoliertes Vorhaben ist, machte Amtsdirektor Christian Stemmer, Vorstandsvorsitzender der WoeG, in seiner Begrüßungsrede deutlich: »Auch wenn wir hier in Wyk anfangen, wollen wir eine Blaupause für den weiteren Weg liefern. Es ist uns wichtig, weitere Projekte auf Amrum und auch Föhr-Land zu realisieren.« Wyks Bürgermeister Uli Hess, Aufsichtsratsvorsitzender der WoeG, fügte hinzu: »Die Genossenschaft zeigt zusammen mit dem Unternehmen Kähler-Bau aus Büsum: Man kann Bauen auch neu denken. Nicht als Spekulationsprojekt, sondern als echtes Zuhause hier vor Ort.«
Dip.-Ing. Sönke Kähler, Gesellschafter-Geschäftsführer von Kähler-Bau, bedankte sich bei den Planern, dem Vorstand der Genossenschaft, den Genehmigungsbehörden, den derzeitigen und zukünftigen Handwerkern und auch den Nachbarn für deren Rücksichtnahme: »Die Zusammenarbeit war stets konstruktiv und fair. Nun wollen wir unfallfrei und zügig bauen und dabei im Budget bleiben.«
Besonders beeindruckt zeigte sich Florian Lorenzen, der Landrat des Kreises Nordfriesland: »Hier wurde eine sehr weitsichtige Entscheidung getroffen, zu der ich alle Beteiligten nur beglückwünschen kann. Initiiert von der Kommunalpolitik, entsteht hier ein Leuchtturmprojekt, das ein Beispiel für andere Inselkommunen geben kann. Später soll auf Amrum und in anderen Gemeinden auf Föhr Vergleichbares entstehen.«
Im Anschluss an die Reden wurde im Grundstein eine Kartusche mit Münzen, eine Tageszeitung, eine Bauzeichnung und eine gedruckte Ausgabe des digitalen Amtsblattes »Inseldialog« feierlich hinterlegt und mit Inbusschrauben, Unterlegscheiben und Kontermuttern verschlossen. In einem Jahr wird an dieser Stelle bezahlbarer Wohnraum entstanden sein. Ein Ergebnis, das die Gemeinden beider Inseln gemeinsam im Amtsverbund mit der notwendigen Kraftanstrengung im Sinne der Daseinsvorsorge erreicht haben