Yusuf Karatas wie man ihn kennt.

Malatya in Ostanatolien gilt weltweit als Zentrum des Aprikosenanbaus. Dort ist Yusuf Karatas am 1. März 1941 geboren. 1974 kam er mit seiner Ehefrau Fadime und seinem jüngsten Sohn Veli nach Föhr, um in seinem Beruf als Koch damals bei Cäcilia und Rolf Andresen im Restaurant »Alt Wyk« zu arbeiten. Die zwei älteren Söhne blieben anfangs bei den Großeltern in der Türkei, um erst einmal abzuwarten, ob das mit dem Leben und Arbeiten in Deutschland und auf der Insel Föhr auch gut geht. Das war aber keine Frage, denn wegen seiner sympathischen Art wurde Yusuf Karatas schnell bei allen beliebt und auf der Insel heimisch. Die zwei älteren Söhne kamen kurzfristig nach und gingen auf der Insel zur Schule. Nun ist Yusuf Karatas im Alter von 85 gestorben und hinterlässt auf Föhr und in Hamburg seine Ehefrau Fadime, seine drei Söhne mit ihren Partnerinnen, acht Enkelkinder und eine Urenkelin. Am 13. August ist im engsten Familienkreis Seebestattung.

Yusuf Karatas kann bestimmt als ein Föhrer Original bezeichnet werden. Wie es schien, war er immer bester Laune und nie um eine kesse Antwort verlegen. Damals, als er in der ehemaligen Sportsbar »Black Pearl« am Südstrand bei seinem Sohn Veli arbeitete und gefragt wurde, wer er denn sei, antwortete er auf seine bekannt frohe Weise immer nur »ich bin Opa«. Und das blieb er fortan für alle, und das stand auch auf seiner Cappy, die er immer trug: »Opa 007«.
Opa hat in seinem Föhrer Berufsleben in verschiedenen Betrieben immer in der Gastronomie gearbeitet. 1991 machte er sich selbstständig und übernahm bis 1998 das Café und Restaurant »Am Flugplatz«. An seiner Seite seine Frau, die ihm neben ihrer eigenen Arbeit half. Sie war es auch, die zuerst nach Deutschland gekommen war, und zwar nach Nürnberg zur Schleswag. Wo sie gefragt wurde, ob sie Interesse habe, im Haus Meinert, dem damaligen Erholungsheim des Unternehmens in Wyk auf Föhr, zu arbeiten. Was sie auch tat. So kam die ganze Familie auf die Insel – und blieb.

Zuletzt arbeitete Opa als Minijobber in der Küche des Hotels »Upstalsboom«, worauf er mächtig stolz war, wie Veli Karatas »WIR Insulaner« erzählte. Zur Arbeit kam er wie gewohnt mit dem Fahrrad. Was ihm aber immer schwerer fiel. Weshalb er von seinen Söhnen ein E-Bike geschenkt bekam. Hatte er vor zwei Jahren bereits einen Herzinfarkt, machte ihm sein Herz zuletzt immer mehr Schwierigkeiten. Weswegen er ins Krankenhaus kam und dort friedlich einschlief. Güle, güle und tschüss Opa.