Heute hat die Blaskapelle wieder eine beindruckende Größe.   Foto: Harald Bickel

Der Grundstein für die heutigen Musikfreunde Föhr-West wurde im Jahr 1886 von den Gebrüdern Rathje aus Toftum gelegt. Wie bei der Ehrung mit der allerersten Pro-Musica-Plakette in diesem Land anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog 1998 in Gera festgestellt wurde, sind sie damit die älteste Blaskapelle in Schleswig-Holstein. Und mittlerweile 140 Jahre alt. Ein Jubiläum, das am Sonnabend und Sonntag, 22. und 23. August, in Wyk und in Nieblum an zwei Tagen ganz groß gefeiert wird. »Nun wird sich mancher sagen, 140 Jahre sind doch nichts Halbes und nichts Ganzes«, so Hark Ocke Nickelsen, der 1. Vorsitzende. Man meine schon, sagt er. 140 Jahre seien ein stolzes Alter, und wer wisse schon, wer von der heutigen Riege die 150 noch schaffen werde.

So wurde mithilfe der Föhr Tourismus GmbH bei der Organisation und dank der Unterstützung hilfreicher Partner ein großes Programm mit Freunden, Ehrengästen und natürlich viel Musik zusammengestellt. Los geht es am 22. August, 15 Uhr, mit einem Platzkonzert am Musikpavillon am Sandwall in Wyk, das bereichert wird durch die Musikfreunde Osterland-Föhr und Amrumer Blaskapelle. Um 17 Uhr geht es in einem Festumzug zur Nationalparkhalle, wo nach dem Empfang mit »Manhattan-Time«, der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden und einem gemeinsamen Essen der Festakt mit Grußworten und der Festball mit Musik von der Kapelle »Egerländer 6« stattfinden. Die Festrede hält Dirigent Hark-Ocke Hinrichsen. Zu den Ehrengästen gehören der 90 Jahre alte Harald Lorenzen (ehemals aus Toftum) und sein Sohn sowie Carl Simonsen von den Musikfreunden New York, wo auch die Musikfreunde Föhr-West schon waren und einige Male an der Steuben-Parade teilgenommen haben. Sein Kommen zugesagt hat ebenfalls Peter Harry Carstensen und seine Frau. Wie Daniel Günther, hat auch der ehemalige Ministerpräsident für die Festschrift, die zum 140-jährigen Jubiläum herausgegeben wurde, ein Grußwort verfasst. Darin schreibt er, dass die Musikfreunde Föhr-West ein unverzichtbarer Kulturträger auf der Insel seien. Ob Volksfeste, Heimatabende, Feuerwehrumzüge, Schiffsüberführungen, Jubiläen oder Hochzeiten: Das Orchester bereichere das Leben auf Föhr in vielen Facetten. Der Festakt in der Nationalparkhalle ist nicht öffentlich. Vielleicht sind aber noch einige Restkarten dafür zu bekommen. Wer sie erwerben möchte, kann das unter der Tickethotline
ticket.foehr.de versuchen.

Am Sonntag, 23. August, 15 Uhr, wird das Jubiläumsprogramm mit einem Open-Air-Blasmusikkonzert in Nieblum an der Meere fortgesetzt. Im Anschluss spielen die »Egerländer 6«. Es gibt Stände mit Essen und Trinken mit heimischen Spezialitäten wie zum Beispiel das Borgsumer Bier. MaikeMoin alias Maike Jensen, Kinderani­mateuerin und Eventmanagerin bei der Föhr Tourismus GmbH, kümmert sich um das Programm für die kleinen Besucher und die Nieblumer Feuerwehr um die Grillwurst.

Nach der Jubiläumsveranstaltung geht das tägliche Programm der Musikfreunde Föhr-West weiter: Mit 50 bis 70 Auftritten und Übungsabenden im Jahr: Mit Platzkonzerten, Feuerwehrumzügen und nicht zuletzt dem legendären Bierpong in der Scheune von »Olli« Busch am 4. September. Auch auf dieser Veranstaltungen werden die derzeit 29 Mitglieder der Musikfreunde Föhr-West wieder aufspielen. Vor acht Jahren waren es auch schon einmal 13, woran man erkennen kann, dass diese Blaskapelle auch nach 140 Jahren an Attraktivität nichts verloren hat.