Foto: Stadt Wyk Andreas Hansen
An der Schipperbank vor der Mittelbrücke:
Eine Gedenktafel für die Wyker Klingelmänner
Es gibt gewiss vieles, auf das die Insel Föhr stolz sein kann. Tradition und Brauchtum haben tiefe Wurzeln. Hierzu zählen definitiv auch die Wyker Klingelmänner, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt.
Über einen Zeitraum der letzten 200 Jahre haben die Klingelmänner eine bedeutende Rolle im Inselalltag eingenommen. Mit einer Handglocke und einer starken Stimme ausgestattet, informierten sie die Bevölkerung und die Gäste über alles Wissenswerte des jeweiligen Tages – über Termine, Angebote und vieles mehr.
Als Zeitungen zeitweise nicht jeden Tag erschienen, als viele Menschen noch über kein Telefon verfügten, waren diese Stadtausrufer für Wyk von besonders großer Bedeutung. Mit einer Messingklingel für Aufmerksamkeit sorgend, wurden drohende Sturmfluten, frische Fischfänge oder amtliche Mitteilungen ausgerufen. Später lag der Schwerpunkt dann eher im Informieren der Touristen. Reportagen in Schrift und Bild, in denen die Klingelmänner auftauchten, warfen dabei stets ein sympathisches Bild auf die Insel. Ihre Namen sind und bleiben unvergessen: Hans Lund (1831-1920), Peter Rieckenberg (1827-1904), Johann Friedrich Ohlsen, Jens »Moos« Jensen (1856-1944), Marinius Jörgensen (1873-1959), Andreas Hanberg (1874-1967), Carl Carstens (1881-1979), Heinz Wittig und Knudt Kloborg (1949-2023).
Als Zeichen der Anerkennung enthüllte nun Wyks Bürgermeister Uli Hess gemeinsam mit Sybille Rotermund und Klaus Pott von der FDP, die das Vorhaben in den letzten drei Jahren in der Wyker Stadtvertretung beworben haben, eine Gedenktafel am Fuße der Mittelbrücke. An der dort gelegenen, ebenfalls historischen Schipperbank haben die Klingelmänner – insbesondere sonntags – gern mal eine Pause zum Klönschnack mit Freunden und Bekannten eingelegt.
»Diese nicht überdimensionierte Tafel an einem von den Klingelmännern gelebten Ort ist Wertschätzung und Erinnerung zugleich. Und wer weiß: Vielleicht findet sich doch noch einmal jemand, der gut Geschichten erzählen kann, der diese große Tradition wieder aufleben lässt. Aber die Fußstapfen sind groß«, so Wyks Bürgermeister Uli Hess.